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Lokales

21. September 2017 | 14:30 Uhr

Dorade und Zander made in Tarnow

vom

svz.de von
erstellt am 22.Jun.2010 | 07:09 Uhr

Tarnow | Wo bis zur Wende in Tarnow Schafe untergebracht waren, soll bald eine Fischaufzucht- und zuchtanlage, kombiniert mit einer Fischmastanlage, entstehen. "Die Baugenehmigung liegt bereits vor", sagt Yvonne Ritter, die mit ihrem Mann Stefan künftig das neue Unternehmen in dem ehemaligen Schafstall betreiben will.

In dem maroden Gebäude wurden seit mehr als zehn Jahren keine Tiere mehr gehalten. Das Tarnower Ehepaar, das in dem Ort eine Estrich-Firma hat, plant nun, in dem etwa 850 Quadratmeter großen Gebäude hochwertige Speisefische wie Dorade, Zander, Aal und Stör zu züchten. "Jede Art wird in einem eigenem Bassin untergebracht", erläutert Roberto Kobsch, Mitarbeiter in der Firma Ökoblick UG aus Laage sowie Projektleiter bei dem Schafstall-Umbau.

Nach der sogenannten Modulbauweise werden zwei große Aufzuchtbecken mit einer Wasserreinigung kombiniert. Diese Zuchtvariante hat - laut Kobsch - gleich mehrere Vorteile. "Die Füttergeschwindigkeit kann elektonisch gesteuert werden", sagt Kobsch. Die Aufzuchtbedingungen seien ebenfalls lenkbar über die Temperaturen. "Bei wärmerem Wasser frisst der Fisch öfter, bei kälterem weniger oder gar nichts mehr." Durch diese Bedingungen könnten Fertigungszeiten besser gesteuert und Liefertermine genau eingehalten werden.

Markthalle Hamburg ist einer der Abnehmer

Auch Krankheiten breiten sich dank der Modulbauweise unter den Fischen nicht aus. Falls doch mal ein Virus in einem Bassin auftreten sollte, wäre nur dieses einzige Modul betroffen. 1,2 Tonnen Fisch wären in diesem Fall dahin. Die Zucht jedoch nicht gefährdet. Der Grund: Für jeden Bottich gibt es ein Ersatzmodul. Diese Module sind sehr wichtig. Bei Abnehmern wie der Markthalle Hamburg sowie größeren Fischhändlern, die europaweit agieren, müssen Liefertermine genau eingehalten werden.

Die Produktion soll bereits Ende Oktober anlaufen. Deswegen wurden die ersten Arbeiten schon begonnen: 1200 Quadratmeter vom Schafstall-Gebäude sind bereits abgerissen. Das Stück, das bis zur Solaranlage reicht, wird ebenfalls noch entfernt. Während von außen die Fassade noch verputzt und die Eingangstore erneuert werden, muss im Innenbereich ebenfalls noch einiges erledigt werden. "Der Estrich muss noch gemacht, die Wände verputzt und die Decke gedämmt werden", sagt Ritter. Im nächsten Bauabschnitt werden die verschiedenen Bassins aufgestellt.

Auf die Idee, eine Fischzuchtanlage zu betreiben, seien sie durch Roberto Kobsch gekommen, sagt Ritter. "Wir arbeiten des Öfteren mit der Firma zusammen und sind durch ein Gespräch darauf aufmerksam geworden", erzählt Ritter.

Rund 800 000 Euro kostet der Ausbau. Betrieben werden soll die Anlage mit Strom, der zu 30 Prozent von der Solaranlage auf den Dach stammt. Die restlichen 70 Prozent kommen aus einem Blockheizkraftwerk, das ebenfalls in dem Gebäude errichtet wird. Ritters schaffen mit der Fischzuchtanlage etwa sechs bis acht neue Arbeitsplätze.

Fünf Ferienwohnungen für Touristen mit hergerichtet

Damit die Angestellten nicht in ihre entfernt gelegenen Wohnungen fahren müssen, richtet das Unternehmer-Ehepaar im rückwärtigen Bereich des Gebäudes fünf Ferienwohnungen her, die auch von Touristen gebucht werden können. "Sie werden etwa 50 Quadratmeter groß sein und über zwei Stockwerke reichen", sagt Kobsch. Zudem werde noch ein Holzanbau erfolgen, der zu den Wohnungen führt und als Veranda genutzt werden könne, fügt er hinzu.

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