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Gemeinde reagiert auf demografischen Wandel : Dobbertin baut ein Dorf für Senioren

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Die Gemeinde plant Großes, um auf die Auswirkungen des demografischen Wandels im ländlichen Raum zu reagieren. Seit eineinhalb Jahren wird in Dobbertin am Vorhaben "Dorf im Dorf" mit 39 neuen Häusern gearbeitet.

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erstellt am 04.Apr.2011 | 10:07 Uhr

Dobbertin | Die Gemeinde plant Großes, um auf die Auswirkungen des demografischen Wandels im ländlichen Raum zu reagieren. Seit eineinhalb Jahren wird hier am Vorhaben "Dorf im Dorf" mit 39 neuen Häusern gearbeitet. Das Besondere: Der Komplex wird nach der Fertigstellung nicht nur für Dobbertin selbst, sondern für das Land und darüber hinaus einzigartig sein.

"Mit diesem Vorhaben wollen wir für ältere Menschen eine Wohn- und Lebenswelt schaffen, die es ihnen ermöglicht, auch das hohe Alter zu bezahlbaren Konditionen in den eigenen vier Wänden und nicht in Heimen oder Pflegeeinrichtungen zu verbringen. Wir möchten damit die älteren Einwohner in unserer Gemeinde halten, aber auch das Interesse von Senioren für Zuwanderung wecken", umreißt Bürgermeister Horst Tober die Absicht und ergänzt: "Unsere Devise lautet: Gesund alt werden auf dem Lande." Dobbertin nimmt damit am Wettbewerb "Menschen und Erfolge - aktiv für ländliche Infrastruktur" des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung teil.

Was macht die Einzigartigkeit dieses Projektes aus? Der Bürgermeister stellt drei Aspekte heraus. Erstens, die Gewährleistung eines Rundum-Betreuungsservices. Dieser reiche von der medizinischen Betreuung über die Essenversorgung, die Wohnungsreinigung und Begleitung bei Behördengängen, aber auch Einkäufen und Spaziergängen, bis hin zur Freizeitgestaltung.

Mit der Nachbargemeinde Lohmen wurde dazu eine Kooperationsvereinbarung getroffen, die auf eine Bündelung der Kräfte abzielt. Der "Nebeneffekt": Es werden zugleich Arbeitsplätze für jüngere Menschen, vornehmlich Frauen, im Dienstleistungsbereich neu geschaffen. Zweitens: Besondere Bedeutung wird dem Aufbau einer auf hohem Niveau stehenden Gesundheitsinfrastruktur eingeräumt. Diese wird zum einen durch den Aufbau eines Ärztezentrums (Med-Punkt) mit einer Reihe von Fachärzten geprägt, das eine Tagesbetreuung für Demenzkranke einschließt. Drittens: Das Projekt wird zudem durch die Spezifik der Häuser, die unmittelbar im Dorf entstehen, charakterisiert. Die Wohnungsn, die alle barrierefrei sind, reichen von 54 bis 88 Quadratmetern.

Die Energieversorgung des Dorfes soll auf nachwachsenden Rohstoffen, d. h. Hackschnitzeln, basieren.

Laut Horst Tober gibt es bereits 36 Interessenten, die überwiegend aus der Gemeinde kommen, aber z. B. auch aus Schleswig-Holstein.

Am 14. April wird in der Krugscheune in Dobbertin um 11 Uhr eine Ausstellung eröffnet, die umfassend über das Projekt informiert. Vorgestellt wird das Vorhaben ebenso auf der am 27./28. Juni in Rostock stattfindenden Konferenz zur Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Investitionen für den ersten Bauabschnitt, der 15 Wohnungseinheiten betrifft, sind mit ca.1,7 Millionen Euro veranschlagt.

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