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Lokales

25. November 2017 | 08:59 Uhr

Dieselteppich treibt im Yachthafen

vom

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2010 | 08:05 Uhr

Nordwestmecklenburg | Im Wismarer Yachthafen ist ein etwa 100 mal 100 Meter großer Dieselteppich aufgetreten. Das Umweltamt hat Proben genommen, um den Verursacher zu ermitteln. Die Suche dürfte allerdings schwierig werden. Es könne lediglich festgestellt werden, aus welcher Raffinerie der Treibstoff stammt, sagte Andreas Wirt von der Wasserschutzpolizei Wismar.

"Wenn allerdings mehrere Schiffe den Diesel bei der gleichen Raffinerie gekauft haben, ist es unmöglich, den Verursacher zu identifizieren", so Wirt. Wassersportler berichten inzwischen von toten Fischen an der Wasseroberfläche. Sie vermuten, dass der Diesel von einem Frachtschiff aus dem Wismarer Kalihafen stammen könnte. Nach Angaben der Polizei könnten aber auch Sport- oder Fahrgastschiffe für den rund ein Hektar großen Dieselteppich im Yachthafen verantwortlich sein.

Entdeckt wurde er bereits in der vergangenen Woche. "Mit einer Ölsperre kann der Diesel nicht bekämpft werden", sagte Andreas Wirt von der Wasserschutzpolizei. Dafür liege er zu ungünstig zwischen den Sportbooten und Steganlagen. Außerdem sei der Teppich zu dünn. Deshalb könne es noch mehrere Tage, schlimmstenfalls sogar Wochen dauern, bis er sich aufgelöst hat, so Wirt. Bei den relativ geringen Temperaturen verdampft Diesel nur sehr langsam.

In den vergangenen 15 Jahren gab es drei größere Öleinsätze im Nordwestkreis. Als eine Diesellok in Bad Kleinen in eine Baustelle fuhr, drohten dort 800 Liter Diesel den Schweriner See zu verschmutzen. Um eine Katastrophe zu verhindern, musste auch eine Ölsperre am Anleger in Wohlenberg gelegt werden. Dort war in den 1990er Jahren ein Schiff namens "Undine" gesunken. Öl und Diesel waren ausgelaufen. Der letzte Einsatz liegt drei Jahre zurück. Als die Marina Weiße Wiek in Tarnewitz gebaut wurde, kamen Ölsperren des Landkreises ebenfalls zum Einsatz. Insgesamt verfügt der Landkreis über 500 Meter Ölsperren.

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