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Quetzin: Eiche stürzt auf Badewiese : "Diese Bäume sind tickende Zeitbomben"

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Einzig ein riesengroßer Baumstumpf ist übrig geblieben. Die am Parkplatz angrenzende Hecke an der Badewiese in Quetzin ist eingedrückt. Das Stromkabel liegt auf dem Boden. Auf einem Bauwagen liegen noch Äste.

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erstellt am 17.Aug.2012 | 05:48 Uhr

Quetzin | Einzig ein riesengroßer Baumstumpf ist übrig geblieben. Die am Parkplatz angrenzende Hecke an der Badewiese in Quetzin am Richtberg ist teilweise stark eingedrückt. Das Stromkabel liegt auf dem Boden. Auf einem Bauwagen liegen noch vereinzelt Äste. Dieses Bild zeichnet sich in Quetzin ab. Denn genau vor einer Woche, an einem wunderschönen Wochenendtag, stürzten von einer meterhohen, uralten Eiche einfach Äste ab. Wie von Geisterhand erzählen die Quetziner, denn vor einer Woche wehte nicht einmal ein Lüftchen. "Diese Bäume sind tickende Zeitbomben", verdeutlicht Jürgen Patzig seinen Ärger. "Wäre dies hier passiert, dann hätte es ein viel größeres Unglück gegeben." Denn genau vor zwei Wochen - am ersten Augustwochenende - fand in Quetzin das jährliche Strandfest statt. Mit Hunderten Besuchern - Kindern wie Erwachsene. "Es ist überhaupt nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn der Baum vor zwei Wochen am Festtag umgestürzt wäre. Wir hatten hier vom Quetziner Siedler- und Heimatverein unser Kassenzelt stehen", so Jürgen Patzig.

Besorgt und mit Argusaugen beobachtet der Quetziner schon seit vielen Jahren die Bäume in der Gemeinde. Bereits im April des vergangenen Jahres hatte Jürgen Patzig einen Brief an den Landrat geschickt, sich doch einmal die Birken in seiner Straße, der Kutiner Straße, anzuschauen. "Inmitten eines Wohngebietes stehen zahlreiche uralte Birken. Wir haben Angst. Denn die meisten stehen schon ziemlich schief." Mit dem Antwortschreiben vom Landkreis Parchim, das erst im Juli 2011 bei Jürgen Patzig einging, war der Quetziner alles andere als zufrieden. Denn daraus ist zu entnehmen, dass die Bäume alle gesund und in Ordnung sind.

Nach dem Zusammenschluss der beiden Landkreise Ludwigslust und Parchim zu einem Großkreis schrieb Jürgen Patzig erneut einen Brief - jetzt an Landrat Rolf Christiansen. In der Zwischenzeit hatte die Stadt Plau am See ein Gutachten in Auftrag gegeben. "Nach dem Gutachten wurden Birken gefällt, die niemanden gefährdet hätten, wenn sie umgefallen wären. Die wären auf einem Acker gelandet. Bei uns aber in der Kutiner Straße spielen Kinder und es stehen hier Häuser", verschafft sich Jürgen Patzig Luft und zweifelt an dem Gutachten. Mit seinen Sorgen und Ängsten ist der Quetziner aber nicht allein. Viele seiner Nachbarn pflichten ihm bei und wollen ebenso wie Jürgen Patzig endlich Taten vom Landkreis sehen. "Wir haben Angst. Vor etlichen Jahren ist hier die Baumkrone einer Birke nach einem Sturm in unseren Garten gestürzt, eine weitere Birke landete direkt in unserer Einfahrt", erinnert sich Heike Urbigkeit. Die Quetzinerin fragt sich, warum immer erst etwas passieren muss, damit die Behörden tätig werden. "Wenn jemand vorbei kommt und sich die Bäume anschaut, dann immer nur von Weitem. Bisher hat niemand genau die Rinde angeschaut oder die Ameisen, die bereits an vielen Birken hoch und runter krabbeln", so Heike Urbigkeit.

Die beiden Quetziner sind sich sicher und einig, dass diese Bäume nicht mehr gesund sind und sie deshalb eine Gefahr für alle Anwohner darstellen. "Es muss etwas passieren. Und das fordern wir vom Landrat. Grundsätzlich sind wir nicht gegen Bäume. Die Stadt hat doch schon angefangen und hat Ausgleichspflanzungen vorgenommen. Wir haben Plaus Bürgermeister Norbert Reier auf unserer Seite", erklärt Jürgen Patzig mit Nachdruck. Für die Quetziner gibt es nur eine Lösung: Eine Fällgenehmigung muss her. "Es ist einfach zu gefährlich. Spätestens wenn die Herbststürme kommen, stürzen hier wieder ein paar Birken um", so Jürgen Patzig. Solange der Landkreis nicht tätig wird, haben die Quetziner keine Ruhe mehr. Schließlich ist die Eiche an der Badewiese am Richtberg einfach so, wie von Geisterhand umgestürzt.

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