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Lokales

19. August 2017 | 14:53 Uhr

Diebe zieht es im Herbst in die Gärten

vom

Parchim | Nicht mehr lang, dann kehrt sie wieder ein, die Ruhe in die Gärten von Parchim. Dann wird kollektiver Winterschlaf gehalten - in mehr als 1000 Parzellen in rund 42 Gartenanlagen, die wie ein grüner Ring rund um die Stadt verteilt sind. Jeden Herbst ist das so. Und jeden Herbst, weiß Norbert Brockmann, stellvertretender Leiter der Parchimer Kripo, häufen sich dann auch die Einbrüche in die Lauben, verschwinden Lebensmittel, Werkzeuge, Elektrogeräte, gern auch Alkohol…

Das schwerste kalte Halbjahr in dieser Hinsicht war nicht etwa der letzte. "Das hatten wir 2007", sagt Brockmann, "mit damals 250 Einbrüchen." Ein stolzes Sümmchen, dass statistisch hochgerechnet fünf Einbrüche pro Anlage ausgemacht hätte und nicht weiter aus dem Rahmen gefallen wäre. Da sich aber die Einbrüche auf wenige Sparten konzentrierten, hatte das zu viel Unruhe in der Bevölkerung geführt, erinnert sich Brockmann.

Zu spät, wie die Polizei später konstatieren musste, waren damals Großeinsätze gefahren worden. Mit Hubschraubern, Bodentruppen und Nachtsichtgerät.

Ein enormer Aufwand, weshalb die Polizei ihre Taktik änderte. "Wir haben danach die präventiven Maßnahmen ausgeweitet", sagt Brockmann und erklärt, "wir sind in die Sparten gegangen, haben den Vorsitzenden, den Mitgliedern gesprochen, darüber, was sie tun können, um ihre Gärten einerseits sicherer, andererseits unattraktiver für Einbrecher zu machen." Brockmann und seine Kollegen raten in erster Linie, Herbst und Winter über die Objekte zu sichern, regelmäßig nach dem Rechten zu sehen und vor allem keine Wert intensiven Gegenstände, wie etwa Fernseher, teure Radios und Rasenmäher in den Anlagen zurück zu lassen. "Die sollte man auf alle Fälle mit nach Hause nehmen", so Brockmann. Der Kripomann weiß aber auch, dass es Gegenstände gibt, die sich nicht so ohne weiteres transportieren lassen. Hier rät er, sollte man sich ggf. die Geräte- oder Motornummern und den Typ notieren. "Es wurde schon Gartenelektrik an der polnischen Grenze beschlagnahmt, die anhand der Nummern einem Diebstahl zugeordnet werden konnte." Nicht viel hält Brockmann von der Taktik, Türen von vornherein offen zu lassen, damit sie von Einbrechern nicht aufgebrochen werden. "Entscheidend ist, was die Versicherung verlangt", gibt er zu bedenken. Ist nichts zu holen, empfehle es sich, potenziellen Einbrechern den Einblick in die Laube zu gewähren. "Wichtig für uns ist, das nach Einbruch und Diebstahls nicht erst die Laube aufgeräumt wird, sondern dass wir sofort informiert werden."

Die Statistik nach dem "schwarzen Garten-Winter 2007" spricht übrigens für sich: 2008 gab es 76, 2009 insgesamt 63 und in diesem Jahr bisher 13 Einbrüche in Parchimer Gärten. "Das haben wir durch intensivere Prävention erreichen können und darauf sind wir auch stolz", so Norbert Brockmann.

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erstellt am 20.Sep.2010 | 08:09 Uhr

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