Die ZZWW ziehen ins Museum ein

'Kennst du den?' An der Fotowand war das eine der meist gestelltesten Fragen.  Barbara haak
1 von 2
"Kennst du den?" An der Fotowand war das eine der meist gestelltesten Fragen. Barbara haak

von
11. März 2011, 01:57 Uhr

Wittenberge | Der Anfang ist gemacht: Die Zellstoff- und Zellwollewerke Wittenberge ziehen ins Stadtmuseum ein. Erst einmal mit einer Sonderausstellung, die am Mittwoch eröffnet wurde (der "Prignitzer" informierte), aber mit der Hoffnung, auf eine dauerhafte Präsentation in der Alten Burg. Die Grundlage für die Sonderschau, sprich die Materialsammlung, -zusammenstellung und -aufbereitung hat eine von Helmut Worbs geleitete Arbeitsgruppe ehemaliger ZZWW-Mitarbeiter mit dem Stadtmuseum geschaffen.

Die Zellstoff- und Zellwollewerke (ZZWW), die im August 1939 die Produktion aufnahmen, gehörten zu den vier Großbetrieben, die Wittenberge bis zur Wende Bedeutung verliehen, sie verkörpern ein bedeutendes Stück Industrie- und Stadtgeschichte. Der Betrieb war ein Wirtschaftsfaktor und das Zentrum der Zellulosechemie in der DDR. Dieser Bedeutung wolle man mit der Exposition Rechnung tragen ebenso wie der Tatsache, dass "die ZZWW Wirkungsstätte und Lebensinhalt von bis zu 2500 Beschäftigten und deren Familien waren", hob Worbs bei Ausstellungseröffnung hervor. Für ihn und den anderen engagierten Männer, die sich seit zwei Jahren intensiv mit der Geschichte des Großbetriebes befassen und damit Wissensbewahrung betreiben, steht deshalb außer Zweifel: "Die ZZWW müssen in einer Dauerausstellung im Museum präsent sein." Das Nähmaschinenwerk ist bereits in herausragender Weise in der Alten Burg vertreten. Bürgermeister Dr. Oliver Hermann - er gehörte zu den sehr vielen Besuchern bei der Ausstellungseröffnung - sagte gegenüber dem "Prignitzer", die ZZWW sollen auf Dauer im Museum vertreten sein, "allerdings nicht in der Größe wie das Nähmaschinenwerk". Dafür fehle einfach der Platz. "Auf jeden Fall solle das vorhandene Material zu einer Dokumentation zusammengestellt werden", kündigt Museumschefin Birka Stövesandt an.

Das Interesse an dem, was die Ausstellung an technisch-technologischen Fakten zur Wolle- und Zellstoffherstellung zu bieten hat, an Fotos aus dem Betriebsleben bis hin zu Proben von Zellglas und dem noch erhaltenen Originaltisch und einem Glaszierelement aus dem modernen Betriebsrestaurant, fand am ersten Tag riesiges Interesse. "Es ist ein Blick in unsere Vergangenheit, sehr interessant. 38 Jahre bis Schluss war, habe ich im Betrieb gearbeitet. Anfangs in der Wolle, später in der Dispatcherabteilung", sagt Heinz Burkhardt. Werner Floegel, er war Leiter Projektierung/ Invest den ZZWW, findet die Ausstellung interessant und weiß, "dass die Leute, die da mitmachen, sehr viel Arbeit reingesteckt haben". Groß war das Interesse auch an dem Film, den das Museum zum Ausstellungsauftakt zeigen konnte. Der Ende der 30er Jahre gedrehte Ufa-Streifen zeigt den Bau des zum Phrix-Konzern gehörenden Werkes und stellte die Produktion vor.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen