Die Werkstätten sind geputzt

Wann ist ein Werk fertig? Wenn sich bei Arndt Weigend ein wohliges Gefühl einstellt, 'oder wenn ich einfach nicht mehr weiter weiß'.  Karina Hoppe
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Wann ist ein Werk fertig? Wenn sich bei Arndt Weigend ein wohliges Gefühl einstellt, "oder wenn ich einfach nicht mehr weiter weiß". Karina Hoppe

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30. Oktober 2010, 01:57 Uhr

Rukieten | Nicht zuletzt, sagt Arndt Weigend, sei die Aktion "Kunst heute" auch ein guter Anlass, um seine Werkstatt aufzuräumen. Das muss er, da gibts keine Ausreden. Wenn also der 61-Jährige, wie viele weitere Künstler in MV, an diesem Wochenende zu sich einlädt, hat die "schlafende Schöne" einen besseren Platz als den direkt neben den Kettensägen und werden etliche Arbeiten vom Staube frei gepustet sein.

Das dritte Mal "Kunst heute" ist für Arndt Weigend das zweite Mal. Zur Premiere war er mit dabei, aber es fanden nur zwei Kunstinteressierte den Weg in seine heilige Halle. Jetzt wagt es der Bildhauer wiederum, die Menschen für zeitgenössische Kunst zu interessieren. Das sei ihm ein wichtiges Anliegen. Deswegen gibt er Volkshochschul-Kurse, deswegen macht er mit bei Aktionen wie "Künstler für Kinder" und sagt auch "Ich bin dabei", wenn es alljährlich im Frühjahr "Kunst offen" heißt. Auch wenn er sich dabei jedes Mal ärgere, "denn da macht ja mittlerweile jeder mit".

Arndt Weigend ist vom Fache, hat eine Ausbildung absolviert und anschließend zwei Studien. Der Mann aus Rukieten ist gelernter Drechsler, Holzgestalter und Dipl.-Bildhauer. Er stammt aus dem Erzgebirge und zog , zuletzt in Berlin wohnend, 1984 nach Mecklenburg-Vorpommern. Das elfte Jahr lebt er nun in Rukieten. Weigend hat immer als freischaffender Künstler gearbeitet. Die Kulturverantwortlichen aus dem Kreis hätten damals darum geworben, dass sich Künstler auf dem Land niederlassen. "Die haben einen auch bei der Suche nach einem leer stehenden Haus unterstützt."

Arndt Weigend mag als Künstler das Figürliche. Nackedeis - ob männlich oder weiblich - schlummern bei ihm im Garten oder stehen majestätisch mitten in der Werkstatt. Gleich neben einem hölzernen Hund, der gerade sein Geschäft erledigt, oder neben Hündin und Rüde, die gerade eifrig dabei sind, Welpen anzusetzen. Der Schalk lugt hervor hinter einigen Arbeiten. Zum Geschäft verrichtenden Hund sagt Weigend nur "ist eine reine Kettensägenarbeit". Früher habe er dem Material seine Figur zumeist "aufgedrückt", heute lässt er sich mitunter auch vorschreiben, wohin die Reise geht. Da bestimme der Stein oder das Holz, was es mit sich veranstalten lässt - einige abstrakte Arbeiten sind so in der Rukietener Werkstatt entstanden. Sie zu deuten, sind am Wochenende alle an zeitgenössischer Kunst Interessierten herzlich eingeladen.

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