Die Sicht der Polizei

Christian Schumacher
Christian Schumacher

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15. Dezember 2010, 09:20 Uhr

Greifswald | Bei den Einsätzen im Wendland klagten Polizisten immer wieder über unzureichende Bedingungen bei ihrem Einsatz und auch über teilweise eskalierende Gewalt. Ist in Vorpommern alles anders? Mit Christian Schumacher, Bezirkspersonalrat der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in der Polizeidirektion An-klam, sprach Uwe Reißenweber. Als Mitglied des Personalrates überprüft Schumacher die Situation vor Ort.

Sind die Einsatzkräfte ausreichend gerüstet? Stimmen Verpflegung, Bekleidung, Unterkunft ?

Bei der Verpflegung ist vom Grundsatz her alles in Ordnung. Es gibt natürlich immer mal Ausnahmen, beispielsweise, dass ein Kollege eher vegetarisch orientiert ist. Untergebracht sind die Kollegen ebenfalls gut, unter anderem in Hotels auf der Insel Usedom. Und im Gegensatz zu Gorleben gibt es auch ausreichend, sogar beheizbare, Dixi-Klos. Es gibt zudem Aufenthaltsräume und beheizbare Busse, die Kaffee an Bord haben. Was die Bekleidung betrifft - bei der Witterung ist es immer zu kalt, wenn sie bis zu vier Stunden draußen stehen. Insgesamt kann ich sagen, dass sich das Land MV sehr kooperativ gezeigt hat.

Ist für die Sicherheit der Beamten ausreichend gesorgt? Ist die Zahl der Einsatzkräfte ausreichend?

Bei der derzeitigen Lage ja.

Welchen Eindruck haben sie vom Protest- und möglicherweise Gewaltpotenzial beim jetzigen Transport - verglichen mit Gorleben?

Ich erwarte nicht, dass wir eine Situation wie beim Castor-Transport in Niedersachsen erleben. Dazu tragen auch die Aufrufe der hiesigen Kirchen, der Politik und der Gewerkschaften zur Friedfertigkeit bei. Wir hoffen, dass friedlich demonstriert wird - ein Grundrecht, das jeder hat und für das auch jeder Polizist Verständnis hat. Die Protestkultur in der Region ist auch nicht so ausgeprägt wie im Wendland und es gibt auch keine gewachsene Demonstrationsbewegung.

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