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Lokales

12. Dezember 2017 | 22:40 Uhr

Die Sensation: Landen auf dem Wasser

vom

svz.de von
erstellt am 03.Mai.2010 | 07:46 Uhr

Plau am See | Selten konnte man Geschichte so lebendig nachvollziehen wie dieser Tage am Plauer See. Auf dem Campingpark treffen sich schon seit Jahren Modellbauer aus ganz Deutschland , um ihr Hobby zu pflegen - ferngelenkte Modell-Wasserflugzeuge. Angelika Meyer-Weidemann, Leiterin des Campingplatzes, enthüllte am Sonnabend vor großem Publikum eine Gedenktafel, die an das erste deutsche Wasserflugzeug erinnert. Denn genau hier verwirklichte vor 100 Jahren der geniale Erfinder Major von Parseval seine Idee: Starten und Landen eines Flugzeugs auf dem Wasser. Für die Umsetzung hatte er den Kaiser um Urlaub gebeten und von der Stadt Plau das Gelände am Zuruf gepachtet.

Von einer Gleitflug-Station auf einem Boot bei Zislow wurden bereits erste Versuche unternommen, mit Gleitern auf dem Wasser zu landen, aber Parseval wollte ein richtiges, motorisiertes Flugzeug vom Wasser aus starten. Was die Modellflieger heute mühelos nach wenigen Metern schaffen, war damals ein revolutionärer Gedanke. Diese bahnbrechende Idee, das Wasser als Startbahn zu benutzen, hat die Welt verändert. Die riesigen Weiten Alaskas und Kanadas, Sibiriens oder der Antarktis hätten ohne Wasserflugzeuge nur mit erheblich mehr Schwierigkeiten erschlossen werden können.

Heimatverein stiftet Tafel

Wolfgang Zähle vom MFC Salzwedel machte letztes Jahr die Plauer darauf aufmerksam, dass in der Geburtsstadt der Wasserflugzeuge keinerlei Hinweise auf Parseval zu finden sind. Daraufhin hatte es sich der Plauer Heimatverein zur Aufgabe gemacht, das Andenken an den Pionier Parseval zu pflegen. In Zusammenarbeit mit dem Modell-Flieger Club, der die jährlichen Treffen organisiert, wurde die Gedenktafel entworfen. Dieter Ehrke vom Heimatverein konnte die Tafel jetzt feierlich an den Campingplatz übergeben.

Durch das mitbebrachte originalgetreue Modell des Parsevalschen Flugzeugs - gebaut von der BQG Neptun Rostock - konnte er in seinem lebendigen Vortrag verdeutlichen, wie genau Parseval mit seiner Vision die Zukunft vorhergesehen hatte. Denn bis auf den Propeller gleichen die heutigen Modelle - meist Nachbauten originaler Flugzeuge - dem 100 Jahre alten Erstlingswerk von Parseval.

"Und jetzt werden Herr Reinhard Müller von der Tourist-Info und ich uns entkleiden", erklärte Ehrke schmunzelnd. Auch Bürgermeister Norbert Reier musste herzlich lachen, als die beiden Herren in schicken T-Shirts dastanden, die mit ihrem Aufdruck an das 100-jährige Jubiläum erinnern. Ein gutes Hilfsmittel, um Plau am See bekannter zu machen.

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