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Lokales

18. August 2017 | 20:04 Uhr

Die Riegers behüten den MV-Tag

vom

schwerin | Marie-Antoinette Rieger legt letzte Hand an und befestigt eine kleine Muschel unter dem Netz. Ihre Mutter Genoveva schaut über den Rand ihrer Brille und prüft die Kreation mitkritischem Blick. Zum großen MV-Tag am nächsten Wochenende haben die Damen Rieger eine exklusive Hutkollektion entworfen.

"Meine Tochter hat gesagt, dass wir dafür unbedingt den Leuchtturm machen müssen", erzählt die Modistin. Den Hut zieren Seegras, Fischernetz, Rettungsring, Strandgut, Seestern, Landeswappen und Marienkäfer. Mutter und Tochter haben eine Nachtschicht eingelegt, um das gute Stück fertig zu kriegen. "Stabilität, Größe und Form - das war eine echte Herausforderung", sagt Marie-Antoinette. Sie hat den einzigartigen Hut "garniert", wie sie es nennt. Ihre Mutter übernahm den Schnitt. Jetzt hat sie schon wieder die Nadel in der Hand und näht auf Kundenwunsch mal eben schnell ein Innenfutter in eine Panama-Mütze. Um ihren Hals baumelt ein Maßband. "Der Hut ist ein bisschen anders geworden als wir dachten", erzählt die Modistin. Jede hatte so ihre eigenen Vorstellungen, aber mit dem Endergebnis sind beide sehr zufrieden. Ein weiteres Sahnestück für den MV-Tag aus dem Hutsalon Rieger: Das Strandkorb-Hütchen. "Der Strandkorb ist schließlich das Markenzeichen von Mecklenburg-Vorpommern", sagt Marie-Antoinette. Eine Miniaturvariante des außergewöhnlichen Zweisitzers wird von hellem, mit winzigen Muscheln gespickten Tüll, umspielt. Den hellen Filzhut mit der Silhouette von Schwerin haben Mutter und Tochter bereits für die 850-Jahr-Feier der Landeshauptstadt kreiert.

Wohin man im Verkaufsraum auch blickt - überall Hüte, Mützen, Kappen. Sportlich, edel, schick, aus Filz, Leder, Stroh, Tweed oder Baumwolle, gestreift, kariert, uni. Dahinter, in der kleinen Werkstatt, werden die Kopfbedeckungen maßangefertigt. Ein Tisch, zwei Nähmaschinen, Regale voller Stoffe, Bänder, Pailletten lassen gerade noch Platz für zwei Stühle, auf denen die Damen ihrer Arbeit mit viel Liebe zum Detail nachgehen. Kommt Kundschaft, sind es nur drei Schritte in den Laden. Eine Woche lang maßen, schnitten, nähten und dekorierte das Mutter-Tochter-Team in ihrem Geschäft am Großen Moor für die aktuelle MV-Kollektion.

"Alles Unikate", sagt Genoveva Rieger. Und wenn sich nun ein MV-Tag-Gast mit einer der extravaganten Schöpfungen behüten möchte? "Einen Preis habe ich mir noch gar nicht überlegt", sagt sie. "Ich weiß ja nicht, ob sich überhaupt jemand traut, die Hüte zu tragen", schaut sie ihre Tochter fragend an. Die zuckt die Schultern und lacht. "Warum nicht?" Für die weniger Mutigen haben die Damen Rieger erschwingliche MV-Kappen entworfen. Die Käptn-Mütze für den Herrn, das Modell in rot, blau und gelb für die Dame sowie eine weiße Matrosenmütze mit einer rot-blau-gelben Blume aus Leder. Aber auch hier gilt die Prämisse: Jede handgefertigte Kopfbedeckung ist anders. "Das gehört zur Berufsehre dazu", sagt Genoveva.

Eine Woche haben sie noch Zeit bis zum großen Tag. Die Behüterinnen werden sich mit ihrer Kollektion vor dem Salon präsentieren - zusammen mit ihren Nachbarinnen. Kerstin Bleiss von der "Kleinen Modekiste" und Kerstin Fischer mit handgefertigten Segeltuchtaschen. Einige davon hat sie auch passend zur MV-Hutkollektion entworfen. "Wir wollen keine fremde Bude vor unserem Lädchen haben", sagt Marie-Antoinette. Die Damen wollen am Festwochenende selbst dafür sorgen, "dass Schwerin den Besuchern in positiver Erinnerung bleibt." "Und wir hoffen, dass nicht nur Einheimische kommen und die Stadt lieben lernen", wirft die Tochter ein. Dann rattern wieder die Nähmaschinen los.

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erstellt am 06.Aug.2010 | 06:27 Uhr

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