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Lokales

17. Oktober 2017 | 02:56 Uhr

Die Prignitz - ein Goa-Paradies

vom

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erstellt am 01.Sep.2010 | 07:11 Uhr

Prignitz | Ab heute ist es soweit, erklingt auf einer Wiese bei Wilmersdorf (Stadt Pritzwalk) elektronische Trance-Musik, wird bis zum 6. September das "Indian-Spirit-Festival" gefeiert. Mit bis zu 4000 Besuchern rechnet die Stadt Pritzwalk, die zum ersten Mal ordnungsrechtlich für das Event zuständig ist. Denn in den Vorjahren fand die mehrtägige Party auf der Gemarkung Heiligengrabe (Ostprignitz-Ruppin) statt.

"Jetzt sind sie um ein paar Meter weiter gezogen", beschreibt Brigitte Winter vom Pritzwalker Ordnungsamt. Die Zusammenarbeit mit dem Veranstalter sei gut, entsprechende Auflagen für die Einhaltung von Lärmschutz erteilt. Dazu gehörten Schallpegelmessungen, die eine Fachfirma über die gesamte Festivalzeit durchführe. "Bei Beschwerden muss der Veranstalter sofort reagieren", macht Birgit Winter deutlich.

Das Indian-Spirit ist das dritte Sommer-Festival dieser Art in der Prignitz nach der Vuuv in Putlitz und dem Spiritual Healing Open Air am Stausee in Preddöhl. Seit Jahren zieht es tausende in- und ausländische Anhänger der so genannten Goa-Kultur in die Prignitz, tanzen von der Technokultur beeinflusste junge Leute neben Hippies der 1960er Jahre, kommen ganze Familien mit ihren Kindern. Was die meisten vereint, ist Respekt und Toleranz gegenüber anderen Menschen, der Wunsch, gemeinsam in friedlicher und entspannter Atmosphäre zu feiern. Die Prignitz mit ihrer weitläufigen Landschaft und der recht dünnen Besiedlung scheint dafür beste Voraussetzungen zu liefern.

Örtliche Behörden wie die im Amt Meyenburg oder im Amt Putlitz-Berge loben die gute Zusammenarbeit mit den Veranstaltern, die sich "an die Auflagen" hielten, wie Sabine Rebentisch vom Amt Meyenburg auf "Prignitzer"-Nachfrage betont. Außerdem sei das Gelände am Stausee weit genug vom nächsten Ort entfernt. Dennoch müssten die Veranstalter dafür Sorge tragen, dass die Einwohner so wenig wie möglich beeinträchtigt werden. Doch von den Preddöhlern werde das Festival gut angenommen.

Gleiches gilt für Putlitz, wo in diesem Jahr schon die 10. Vuuv gefeiert wurde. Die Stadt lebt mittlerweile mit diesem Event, nicht wenige profitieren von den Wochenenden, an denen sich die Putlitzer Einwohnerzahl vervielfacht. Doch auch der Ärger Einzelner über zu laute Bässe vor allem in der Nacht wird ernst genommen. Im kommenden Jahr soll, wenn die Vuuv wieder nach Putlitz kommt, ein anderer Standort gefunden werden. Der Putlitzer Bürgermeister Bernd Dannemann ist gesprächsbereit,wie er dem "Prignitzer" gegenüber versicherte, will sich mit dem Veranstalter voraussichtlich noch im September treffen.

Goa-Partys sind überwiegend friedlich, sind aber nicht selten auch ein Umschlagplatz für illegale Betäubungsmittel, deren Genuss neben der rhythmischen Musik zu trance- und meditationsähnlichen Zuständen führt. Ein Grund mit für die Prignitzer Polizei, diese Festivals besonders zu begleiten, "denn das verstößt gegen die Rechtsordnung. Aber auch aufgrund des großen Besucheraufkommens bei diesen Veranstaltungen sind wir vor Ort, unter anderem für die Verkehrslenkung und -leitung zuständig", beschreibt Polizeisprecherin Katy Gollnick.

In jüngster Zeit würden sich bei den Festivals aber auch Diebstähle häufen, "weshalb unsere Einsätze in erster Linie darauf ausgerichtet sind, solche Straftaten und Ordnungswidrigkeiten festzustellen und zu ahnden. Für die Sicherheit und Ordnung auf dem Gelände ist der Veranstalter selbst verantwortlich, kann aber auf uns unterstützend zurückgreifen", macht Katy Gollnick deutlich.

Die mehrtägigen Goa-Partys seien mit einem hohen Personalaufwand verbunden, die der Schutzbereich Prignitz nicht nur allein mit eigenen Kräften bewerkstelligen könne. "Deshalb kommen Beamte der Landeseinsatzeinheit (LESE) oder auch Spezialkräfte wie beispielsweise Rauschgiftspürhunde aus anderen Bereichen zum Einsatz", zählt die Polizei-Sprecherin auf.

Doch auch Katy Gollnick verweist auf "die gute Zusammenarbeit zwischen den Ordnungsbehörden, der Polizei und dem Veranstalter. Bislang kam es zu keiner Zeit zu Schwierigkeiten bei Absprachen zwischen den Beteiligten, so dass die Genehmigung dieser Events relativ unproblematisch für die Veranstalter scheint. Die Genehmigung erteilt grundsätzlich die zuständige Kommune, die Polizei wird nur im Rahmen einer Anhörung beteiligt."

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