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Lokales

20. Oktober 2017 | 12:58 Uhr

"Die müsst ihr unbedingt behalten"

vom

Auch der Ministerpräsident ist ein Fan der Ponton-Brücke über die Schlossbucht: "Mensch, die ist genial, die müsst ihr unbedingt behalten", sagte Erwin Sellering bei einem Rundgang über das Buga-Gelände. Tatsächlich lässt Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow prüfen, ob die Brücke zumindest noch im kommenden Jahr zu den Feierlichkeiten zum 850. Stadtjubiläum stehen bleiben kann.

svz.de von
erstellt am 29.Apr.2009 | 02:29 Uhr

Schwerin | Trockenen Fußes über das Wasser von der Marstallhalbinsel zum Franzosenweg, dabei das märchenhafte Panorama im Blick - nicht nur Schweriner und Touristen sind von der 325 Meter langen Ponton-Brücke über die Schlossbucht hellauf begeistert. "Mensch, die ist genial, die müsst ihr unbedingt behalten", wird Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) aus einem Gespräch mit Schwerinern zitiert. Ja, der Regierungschef könne sich vorstellen, dass die Wasserquerung dauerhaft bestehen bleibt, bestätigte die Staatskanzlei auf SVZ-Anfrage. Allerdings, so ließ der Landes vater weiter mitteilen, müssten zuvor natürlich noch viele Detailfragen geklärt werden.

Das sieht Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow ganz ähnlich. Sie peilt aber zunächst ein Nahziel an: "Wünschenswert wäre, wenn die Ponton-Brücke als Attraktion für die Feierlichkeiten des 850. Stadtjubiläums im kommenden Jahr bestehen bleibt."

Gramkow dämpft Euphorie: Noch viele Fragen offenAllein dafür müssten jedoch zuvor noch etliche Fragen beantwortet werden, so Gramkow. Bekanntlich hat das auch für den Schweriner See verantwortliche Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg die Brücke nur per Ausnahmeregelung für den Zeitraum der von April bis Oktober stattfindenden Bundesgartenschau 2009 genehmigt. Ob das Amt die Querung der Bundeswasserstraße auch für das kommende Jahr oder gar da rüber hinaus erlaubt, müsse geprüft werden, so die Verwaltungschefin. Immerhin würden nicht nur die Schiffe der Weißen Flotte, sondern auch viele Freizeit-Kapitäne und Wassersport-Wettbewerbe durch die Brücke beeinträchtigt. Unklar sei auch noch, inwieweit die Querung baulich standhalten würde, sollte sie länger als geplant stehen bleiben, gibt die OB zu bedenken. Der Denkmalschutz müsse ebenfalls beachtet werden.

Ein nicht leicht zu lösendes Problem dürfte zudem die Finanzierung werden. Gekostet hat die Ponton-Brücke etwa 1,3 Millionen Euro. Eigentlich soll sie durch Verkauf zumindest teilweise refinanziert werden. Interessenten gibt es laut Stadtverwaltung bereits, jedoch sei noch kein Verkaufsvertrag unterzeichnet worden. Allerdings: Mehrere Wassersportvereine machen sich Hoffnungen, Teile der Brücke künftig als Anleger verwenden zu können.

Buga-Chef Jochen Sandner kann die Euphorie des Minis terpräsidenten und die Pläne der Oberbürgermeisterin verstehen. "Es wäre tatsächlich schön, die Brücke stehen zu lassen. Schon die ersten Tage der Bundesgartenschau haben eindrucksvoll bewiesen, dass dieser architektonische Höhepunkt bei einheimischen und auswärtigen Besuchern sehr gut ankommt." Doch auch wenn die Brücke offiziell Eigentum der Buga-Gesellschaft sei, müssten weiterführende Entscheidungen von Stadt und Land umgesetzt werden.

Utopie oder nicht? SPD-Stadtfraktionsvorsitzender Daniel Meslien will das unmöglich Erscheinende wagen: "Die Brücke sollte dauerhaft bleiben, dafür würden wir sogar bis zum Bundesverkehrsminister gehen."

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