Die Linke will grüner werden

23-31670130.jpg

von
28. Februar 2010, 06:09 Uhr

Rostock | Auf ihrem Kreisparteitag am Sonnabend in der Stadthalle haben die Mitglieder der Rostocker Linkspartei einen neuen Kreisvorstand gewählt: Prof. Dr. Wolfgang Methling löst Prof. Dr. Wolfgang Leuchter als Vorsitzenden ab. Seine beiden Stellvertreter sind die DGB-Gewerkschafterin Jutta Reinders und der Historiker und Buchhändler Dr. Carsten Penzlin.

Methling setzt für seine Arbeit auf einen zwölf Punkte-Plan. "Wir werden weiter Widerstand gegen den Verkauf von kommunalem Eigentum leisten", sagt er. Darüber hinaus solle die Rekommunalisierung bei auslaufenden Mietverträgen geprüft werden.

Gleich danach sieht der neue Vorsitzende seine Aufgabe im verstärkten Klimaschutz. "Rostock ist da bisher ein Schrittmacher gewesen und das soll auch so bleiben", sagt Methling. Dafür sei der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs wichtig, aber auch die Förderung ökologischer Kompetenzen der Parteimitglieder. "Das ist unsere politische Chance, dieses Thema konsequent mit der Sozialfrage zu verbinden", so der ehemalige Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern. Rostock brauche einen stärkeren grünen Faden in der Politik.

Parteiintern will der 62-Jährige das Zusammenwirken der Bürgerschaftsfraktion mit den Ortbeiratsmitgliedern und Stadtteilsprechern fördern sowie eine gesunde Altersdurchmischung erreichen. "Wir sind richtig auf einem Zug der Verjüngung", sagt er - angesichts eines Durchschnittsalters der Mitglieder von Ende 60 auch dringend erforderlich. Dabei spielt außerdem der angestrebte Generationswechsel bei den für die Landtagswahl im kommenden Jahr aufgestellten Kandidaten eine wichtige Rolle.

Nach außen strebt Methling eine konstruktive Zusammenarbeit mit anderen Parteien und Wählerbündnissen an, um politische Übereinstimmungen zu nutzen und die Handlungsfähigkeit zu sichern. Mit dieser Realpolitik möchte er Mehrheiten in Sach- und Personalentscheidungen erzielen. Außerdem will Methling auch die Zusammenarbeit mit Gewerkschaften, Vereinen, Initiativen, und Verbänden fördern. Unter anderem deshalb wurde Reinders zu seiner Stellvertreterin gewählt.

Die Rostocker Oberbürgermeister-Wahl im Jahr 2012 hat er ebenso im Blick, wie die nächste Kommunalwahl. "Darauf müssen wir uns programmatisch und personell vorbereiten", so Methling. Für einen grundsätzlichen Richtungsstreit möchte er in einen Dialog mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung treten. Darin soll es um Themen wie Eigentum und Grundsicherung gehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen