Die Kunsthalle gehört wieder dazu

Wolfgang Joops 'Eternal love' lockt 13 000 Besucher in die Kunsthalle. Für Betreiber Dr. Jörg-Uwe Neumann ist die Ausstellung einer der persönlichen Höhepunkte des vergangenen Jahres.
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Wolfgang Joops "Eternal love" lockt 13 000 Besucher in die Kunsthalle. Für Betreiber Dr. Jörg-Uwe Neumann ist die Ausstellung einer der persönlichen Höhepunkte des vergangenen Jahres.

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28. Februar 2010, 06:10 Uhr

Reutershagen | Vor genau einem Jahr hat der Verein Pro Kunsthalle die Leitung des Ausstellungshauses am Schwanenteich übernommen. Viel hat sich seither getan im Rostocker Museum für zeitgenössische Kunst. Die Kunsthalle ist zum angesagten Treff der Szene in der Hansestadt geworden. "Wir sind froh über das, was wir bisher erreicht haben", sagt Vereinsvorsitzender Dr. Jörg-Uwe Neumann. "Die Kunsthalle ist wieder zu einem kulturellen Zentrum geworden." Die Besucherzahlen geben dem Betreiber des Ausstellungshauses recht. Um 25 Prozent stiegen diese im vergangenen Jahr. Einen Beitrag dazu haben die großen Sonderausstellungen geleistet, die selbst überregionales Publikum in Scharen in die Kunsthalle zogen.

Regelrecht mit einem Knall erwachte die Kunsthalle Anfang Mai aus ihrem Schlaf. Wolfgang Joop und seine Werkschau "Eternal love" lockten allein 13 000 Menschen nach Rostock. Der Designer eröffnete die Ausstellung persönlich. "Ich will der Kunsthalle einen Hauch von Internationalität und Glamour verleihen", sagte Joop. Eine Reihe von Film abenden begleitete die Ausstellung. Möglich wurden diese durch die Investition in eine neue Beamer-Anlage.

"Durch Plakatkampagnen und verstärktes Marketing haben wir die Aufmerksamkeit der Leute erhöht", so Neumann. Während der Zeit, in der die Direktion der Kunsthalle kommissarisch durch Dr. Heidrun Lorenzen, Leiterin des kulturhistorischen Museums, mitgetragen wurde, seien solche Aspekte oft auf der Strecke geblieben. "Durch begleitende Veranstaltungen und indem wir einige Firmenfeiern ausgerichtet haben, ist es uns gelungen, auch Leute in die Kunsthalle zu locken, die lange nicht im Haus waren", berichtet der Betreiber. So gestaltete unter anderem Rostock Business einen Neujahrsempfang in dem Museum.

Auch Kooperationen haben das Ausstellungshaus im vergangenen Jahr vorangebracht. So zum Beispiel mit dem Volkstheater und der Hochschule für Musik und Theater. Am 28. März wird es einen musikalischen Abend mit Künstlern aus dem baltischen Raum geben - begleitend zur aktuellen Ausstellung "Riga dröhnt!". Die wurde über die Osterfeiertage hinaus verlängert. Früher keine Selbstverständlichkeit: "Wir arbeiten vor allem besucherorientiert", erklärt der Betreiber.

Neumanns persönliche Höhepunkte des vergangenen Jahres: "Joop kennenzulernen, mit Gerhard Schröder ein Glas Wein zu trinken und mit dem ersten Leiter der Kunsthalle Dr. Horst Zimmermann zu sprechen." Es sei ein abwechslungsreiches Jahr gewesen.

Dass die Leitung des Ausstellungshauses so viel Arbeit mit sich bringen würde, habe er allerdings nicht erwartet. "Es gibt noch viel zu tun." So sei zum Beispiel das Projekt Barrierefreiheit noch lange nicht so fortgeschritten, wie es sich der Verein gewünscht hätte. Im Mai beginnen erst einmal die Umbauten im Bereich der Fensterfront. Außerdem wird das baufällige Dach erneuert. Die Bibliothek soll in die ehemaligen Räume des Cafés umziehen, wo auch die Museumspädagogik ihren Platz finden soll. Für die Umbauten konnten Mittel aus dem Konjunkturpaket II eingeworben werden. Die Stadt zahlt Betriebskosten und Gehälter für die bei der Kunsthalle angestellten Mitarbeiter. Der Verein und seine ehrenamtlichen Mitglieder haben sich aber verpflichtet, ein jährlich ansteigendes Entgelt an die Stadt zu entrichten. 2010 fallen so Kosten von 30 000 Euro an. "Das ist nicht ganz ohne, da wir viel Geld benötigen, um das Projekt voranzutreiben", so Neumann.

Die grundlegenden Ziele, die sich der Verein bei der Übernahme der Leitung gesteckt hat, sind ein Jahr danach erreicht. Das Haus bleibt bestehen und ist in die Wahrnehmung der Rostocker gerückt. 2010 soll das ausgebaut werden. Mit Veranstaltungen und spannenden, auch internationalen Ausstellungen will der Verein "Pro Kunsthalle" ein lebendiges Haus gestalten. "So war das Haus traditionell auch gedacht", sagt Neumann. "Die Kunsthalle gehört wieder dazu."

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