Die Kleinsten legen die größten Eier

Eine Auswahl der kleinsten und größten Eier von Vogelarten, die im Perleberger Tierpark ihr Zuhause haben. Doris Ritzka
Eine Auswahl der kleinsten und größten Eier von Vogelarten, die im Perleberger Tierpark ihr Zuhause haben. Doris Ritzka

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03. April 2010, 01:57 Uhr

Perleberg | Wie der Hase zum Osterei kam, das ist selbst für Tierparkleiter Wilhelm Lüdke noch ein Buch mit sieben Siegeln. Und er kennt sich schließlich aus in der Tierwelt. Allein in seinem tierischen Domizil hat er an die 20 verschiedene eierlegende Vogelarten. Die ersten, wie Uhu und Habichtskauz, sind bereits fleißig am Brüten. Ihre Eier fallen aber nicht sonderlich aus dem Rahmen. Sie sind schlichtweg weiß, wie die aller Höhlenbewohner, weiß Wilhelm Lüdke zu erzählen. Auch hinsichtlich der Größe schlagen sie keine Rekorde. Die Riesen liefern Nandu und Emu im Tierpark. Cremfarbend sind die Eier des Nandu, der eigentlich in Südamerika zuhause ist, und dunkelgrün die des Emu, der aus Australien stammt. Für das größte und schwerste Ei sorgt aber Vogel Strauß. 1900 Gramm bringt ein solches auf die Waage. Das entspricht etwa 24 Hühnereiern. Von einem Straußenei könnte eine Familie samt Osterbesuch durchaus satt werden. Das Kuriose an den Eiern, die zweifelsohne die größten der Welt sind, im Verhältnis zur Körpergröße eines ausgewachsenen Straußes sind sie jedoch die kleinsten", so Wilhelm Lüdke.

Der Kiwi, auch Schnepfenstrauß genannt, läuft den Riesen regelrecht den Rang ab. Er gilt als der kleinste aller Laufvögel. Seine Eier erreichen bis zu 30 Prozent des Gewichts des Weibchens und sind im Verhältnis zur Körpergröße ihrer Erzeuger die größten Vogeleier der Welt. Vergleichbar sind sie von der Größe her mit Gänseeiern.

Die kleinsten Vogeleier muss man fast mit der Lupe suchen, berichtet Wilhelm Lüdke. Die Bienenelfe, eine Kolibriart, die selbst ausgewachsen weniger als zwei Gramm auf die Waage bringt und leichter als eine einzelne Straußenfeder ist, hält hier den Rekord. Im Perleberger Tierpark sind es die Zebrafinken. Auf 10 Gramm Eigengewicht bringen es die Vögel und legen vier bis sechs Eier, die um die 15 Millimeter groß sind.

Doch nicht nur hinsichtlich der Größe hat Mutter Natur für Abwechslung schon bei den Eiern der Vögel gesorgt. Storcheneier sind, wie die der Höhlenbrüter, immer weiß, die von Gans, Ente und fast allen Fasanenarten einfarbig, bestätigt der Perleberger Tierparkleiter. Brutgelege der Singvögel hingegen sind gepunktet - wegen der Tarnung. Überaus kreativ gibt sich hier die Wachtel. 50 bis 80 Eier legt sie im Jahr und jedes ist von seiner Zeichnung ein absolutes Unikat.

Doch nicht nur Vögel sorgen so für die Erhaltung ihrer Art. "Es gibt auch zwei Säugetierarten, die Eier legen - das Schnabeltier und der Schnabeligel", erläutert Wilhelm Lüdke. Und auch Reptilien wie Schildkröte und Schlange pflanzen sich über Eier fort. Allerdings sind diese nicht hartschalig wie bei den Vögeln.

Warum aber ist das Frühjahr die Zeit des Brütens? "Die Natur erwacht, es gibt wieder ausreichend Nahrung. Das ist wichtig, wenn die Jungen schlüpfen. Zudem ziehen viele Vögel im Winter in wärmere Gefilde. Bis dahin muss der Nachwuchs groß und kräftig sein, um mitziehen zu können."

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