Die Isetten düsen durchs Lübzer Land

Diese Isetta gehörte zur Polizeitruppe - sie fuhr Schwertransporten mit Blaulicht und Sirene voraus.
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Diese Isetta gehörte zur Polizeitruppe - sie fuhr Schwertransporten mit Blaulicht und Sirene voraus.

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26. August 2010, 11:07 Uhr

Lübz | Das Tuckern der Motoren ist schon zu hören bevor der Zuschauer weiß, was er gleich erspähen wird. Und dann kommen sieben Kleinwagen der ganz besonderen Art um die Ecke gebogen. Alle in leuchtenden Farben lackiert, mit Faltdach und blitzendem Chrom. Liebevoll gepflegt werden die Isetten alle - das sieht selbst der Laie sofort.

"Die Isetta ist rot-weiß lackiert, das hat mein Lackierer so beschlossen, in diesen Farben kam sie nämlich original ab Werk, das ist der Auslieferungszustand", sagt Hans-Jürgen Kirschbaum und man kann die Begeisterung für den Kleinstwagen in seinen Augen aufblitzen sehen. "Seit 34 Jahren ist die Isetta nun in meinem Besitz - ich habe sie selbst hergerichtet", erzählt der Bochumer weiter. Und sein rot-weißer Flitzer ist auch der älteste im Trupp des Bochumer Kleinwagen-Stammtisches, der zur Zeit im Lübzer Land unterwegs ist. "Von 1956 ist sie - bei der Isetta sagt man nämlich sie, es ist ja eine Dame", stellt der Oldtimer-Fan klar.

Der Kabinenroller sei das einzige Modell von BMW, dass einen richtigen Namen bekommen habe, werfen die anderen Klub-Mitglieder ein, die um Kirschbaum herum stehen, seinen Ausführungen lauschen und immer wieder selbst etwas Wissen über das Modell Isetta einstreuen. Begeistert sind sie alle von diesem ganz besonderen Gefährt. "Eigentlich hat jeder von uns seine Isetta selbst aufgebaut - obwohl kaum einer wirklich ein gelernter Autoschrauber ist", so Kirschbaum.

Derzeit sind die Kleinstwagenliebhaber mit ihren leuchtenden Modellen zur alljährlichen Ausfahrt in Lübz. Eine Woche touren die Isetta-Fans durch die Region, waren bereits in der Landeshauptstadt Schwerin und haben sich das Schloss in Ludwigslust angeschaut. "Wir wollten mal im Flachland unterwegs sein", sagen die Bochumer und lachen, "Bei uns geht es ja immer rauf und runter."

Sogar bis nach Italien, die Heimat der Isetta, sind die Mitglieder des Kleinwagen-Stammtisches Bochum bereits gefahren. "Das musste sein, es war ja das Hauptziel der Isetta-Urlauber damals", so Kirschbaum.

Der Entwurf für den Kabinenroller stammt übrigens von einem italienischen Kühlschrankproduzenten, der in den 50er-Jahren beschloss, ein Kleinmobil zu bauen, dass zwei Personen und ein Kind plus Gepäck transportieren sollte. Und die Isetta wurde schnell beliebt. Ganze 85 Km/h schafft der Kleinstwagen mit dem 12 PS Motor, doch die Fans sind sich einig: "Wir fahren gemütliche 60 oder 65 Km/h, das reicht völlig aus."

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