Kommentar : Die Fläche probt den Aufstand gegen Schwerin

Wir sollten froh sein, dass um so ein Amt ordentlich gestritten wird.

von
20. November 2014, 21:13 Uhr

Auch wenn sich alle Beteiligten zurückhalten, bei dem Kampf um die Kandidatur des Kammerpräsidenten geht es im Kern um eine Machtprobe der Wirtschaft in der Fläche gegen die in der Landeshauptstadt. Dem ersten Sieg mit neuer Wahlordnung und einer gewaltigen Mehrheit der Wirtschaft in den Flächenkreisen soll nun der zweite Sieg bei der Präsidentenwahl folgen. Die Schweriner allein können ihren Kandidaten nicht durchbringen, sie müssen sich Verbündete suchen. Das wird nicht leicht. Denn in den vergangenen Jahren sind die Streitigkeiten um die Kammer von draußen eher als Schweriner Fehde wahrgenommen worden. Das galt auch für die Auseinandersetzung um den neuen Sitz in der Graf-Schack-Allee. Jetzt soll aus der Schweriner Schwatzbude ein Gremium für die gesamte Wirtschaft werden. Das zumindest wollen die selbstbewussten Unternehmen in Ludwigslust-Parchim. Aber auch das erstarkte Wismar ist dafür bekannt, sich von Schwerinern wenig sagen lassen zu wollen. Hans Thon könnte somit zum Verhängnis werden, dass er von den meisten inzwischen als Schweriner gesehen wird und das damit sein Wirken in den vergangenen Jahren kaum Würdigung erfährt. Klinckmann hingegen kann sich auch nicht sicher sein, viele kennen ihn nicht. Und wir, die Bürger? Wir sollten froh sein, dass um so ein Amt ordentlich gestritten wird. Jede wirkliche Wahl ist doch besser als eine bloße Ernennung, oder nicht?

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen