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Bärenwald Müritz : Die ersten Schritte im neuen Zuhause

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Vorsichtig steckt Kasia ihre Nase aus dem Transportkäfig. Sie schnuppert neugierig. Denn das ist das erste Mal, dass die Bärin Gras unter ihren Tatzen fühlt und sich in einem großen Gehege frei bewegen kann.

Plau am See/ Stuer | Vorsichtig steckt Kasia ihre Nase aus dem Transportkäfig. Sie schnuppert neugierig. Denn das ist das erste Mal, dass die Bärin Gras unter ihren Tatzen fühlt und sich in einem großen Gehege frei bewegen kann.

Am Sonnabend sind Kasia und ihre Leidensgenossin Basia wohlbehalten im Bärenwald Müritz angekommen. Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten hat die beiden Bärinnen aus einem Zoo in Polen in ihr neues Zuhause überführt. Weil es in ihrer Heimat keine alternative Unterbringung gab, hätten die beiden gequälten Braunbärinnen dort vielleicht sterben müssen. Deshalb wurden sie in das Bärenschutzzentrum an den Plauer See gebracht (wir berichteten).

Fünf Stunden Fahrt hatten die Bärinnen auf dem Weg in ihre neue Heimat zu meistern, doch unter der fachgerechten Betreuung von Dr. Frank Göritz, Wildtierarzt des Berliner Instituts für Zoo- und Wildtierforschung, verlief die Reise für die Tiere ohne Strapazen - während der Fahrt wurden die Tiere von einem routinierten Vier Pfoten - Team betreut. "Kasia und Basia haben die Reise gut überstanden. Wir sind sehr zuversichtlich, dass sie sich in den nächsten Tagen gut in ihrem neuen Gehege eingewöhnen," so Carsten Hertwig, Leiter des Bärenkompetenzzentrums von Vier Pfoten nach der Fahrt bei Ankunft im BärenwaldMüritz.

Noch vor der Reise waren die Bärinnen von Dr. Göritz untersucht worden. Blut- und Kotproben werden in den kommenden Tagen mehr Aufschluss über den gesundheitlichen Zustand der Braunbärinnen geben - erst dann können geeignete Therapiemaßnahmen folgen. Die 15 und 27 Jahre alten Bärinnen wurden in einem Zoo in Leszno /Westpolen ohne Lizenz und unter katastrophalen Umständen gehalten.

Jetzt haben die beiden Tiere Zeit, ihr neues Zuhause in Ruhe zu erkunden. "Die ersten Stunden in der neuen Freianlage sind für uns immer ganz besonders spannend", erklärte Patrick Boncourt, Bärenexperte bei Vier Pfoten. "Solche Bären hatten in ihrem Leben noch nie zuvor einen Büschel Gras unter ihren Tatzen. Kasia und Basia werden nach dem Transport noch einige Tage benötigen, um sich an die neue Anlage zu gewöhnen. Erfahrungsgemäß sollte das aber kein Problem sein", sagte der Experte.

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erstellt am 13.Jun.2011 | 04:51 Uhr

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