Die eigene Bestattung regeln

Zu Lebzeiten Regeln für die eigene Beerdigung aufstellen: Das liegt im Trend. In den Schränken von Güstrower Bestattern stehen einige Aktenordner mit dem Vermerk "Vorsorgeverträge". Bis zur Blumenauswahl ist darin teilweise alles festgeschrieben. Mehr und mehr steht hinter den Verträgen auch eine finanzielle Absicherung: mittels Sparbuch oder einer Sterbeversicherung.

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27. August 2009, 09:57 Uhr

Güstrow | Zu Lebzeiten besteht die freie Wahl: Urne oder Sarg, große Feier, kleine Feier, Rosen oder Chrysanthemen. Die Zahl derer, die ihre eigene Beerdigung teilweise bis ins letzte Detail selbst regeln, nimmt zu. "In einigen Verträgen steht sogar, was in den Sarg gelegt werden soll, welche Sachen der Tote anhaben möchte", so Michael Teßmer, Bestatter aus Güstrow. Die Verträge heißen Bestattungsvorsorge-Verträge.

Sie werden abgeschlossen mit dem Bestatter der Vertrauens. Das Güstrower Bestattungshaus Räthel schätzt ihren Anteil auf 25 Prozent. Etwa zehn Prozent der Verstorbenen im Bestattungshaus Teßmer haben zu Lebzeiten ein solches Abkommen unterzeichnet. "Es ist immer noch die Ausnahme, aber der Anteil wächst ", so Teßmer. Der Anteil derer vor allem, bei denen hinter dem Vertrag auch eine finanzielle Absicherung steht - in Form eines Sparbuchs oder einer Sterbeversicherung. "Früher hieß es eher, ich will das und das, alles Finanzielle regeln dann die Angehörigen", so Teßmer. Auch Katrin Räthel vom gleichnamigen Bestattungshaus stellt diese Entwicklung fest. Der durch und durch "selbstbestimmte Heimgang", wie Teßmer es nennt.

Gerold Gerß-Krafft von der gleichnamigen Allianzagentur empfindet das Thema in den Beratungen immer noch als "sensibel". Er verkauft auch Sterbeversicherungen im Landkreis Güstrow, stößt aber auf "Skepsis beim Endverbraucher". Denn erstens gebe es wie überall auch schwarze Schafe und zweitens profitieren natürlich Versicherer wie Bestatter von der Sterbevorsorge - aber eben auch jene, die einen Vertrag abschließen, weil sie sich ihrer gewünschten Beerdigung sicher sein können, und nicht zu vergessen: die Angehörigen, weil alles geregelt ist.

Gerß-Krafft unterscheidet zwei Sterbe-Versicherungen: eine mit Gesundheitsfragen und eine ohne. Wer bereits einen Herzinfarkt hatte, kann erstere nicht mehr abschließen. Die zweite aber wohl, hier greift die Versicherung im Gegensatz zur ersten - individuelleren - aber erst nach drei Jahren. Grundsätzlich gelte: Je älter man bei Vertragsabschluss ist, desto teurer die Beiträge.

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