Die Drachen rüsten sich für 2010

Angefeuert mit der eigenen Flagge schaffte  das PHC-Team einen guten neunten Platz.
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Angefeuert mit der eigenen Flagge schaffte das PHC-Team einen guten neunten Platz.

Ein Wetterfrosch, der baden geht, ein Moderator, der sich Fransen an den Mund redet, Olympioniken, die sich unkompliziert überzeugen lassen, mit Hiesigen im Drachenboot um die Wette zu paddeln,Tausende, die Spaß haben - und ab und an mal ein Regenschauer: Das war der 9. Elbebadetag.

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14. Juli 2009, 09:04 Uhr

Wittenberge | Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Nach dem 9. Elbebadetag ist vor dem 10. Und damit können die 29 Drachenbootteams, die gern ganz oben auf dem Treppchen gestanden hätten, neuen Mut und neue Kraft schöpfen.

Es wäre pure Selbstverleugnung, würde das mit Redakteuren des "Prignitzers" und mit befreundeten Mitpaddlern besetzte Team nicht eingestehen: "Ja, auch wir haben von einem Platz ganz vorn geträumt." Aber als Mitveranstalter eines solchen Tages ließ das "Prignitzer"-Boot, gestartet als "Super(S)printer", den anderen dann doch die Vorfahrt, freute sich über einen guten 18. Platz im Feld der 30 und wird im nächsten Jahr noch intensiver trainieren.

Außerdem tröstet der Gedanke, dass andere noch weniger glorreich abschnitten, obwohl sie sich doch so viel vorgenommen hatten. Noch am Sonnabend war sich Manuel Krüger, der mit seinen Mannen aus dem thüringischen Sonneberg angereist war, ganz sicher: "Wir sind alle ganz heiß, wir packen das." Als am Sonntag die Boote längst wieder vertäut waren, blieb dem Sonneberger Team immer noch die Feststellung: "Mitmachen ist eben alles."

Drei Tage Höchstleistung am Mikrofon und kein bisschen heiser: Hut ab vor Knut Tonagel. Der Mann ist als Moderator für die Elbebadetag nicht mit Gold aufzuwiegen. Schnell, kompetent und immer witzig, so erlebten ihn die Tausende am Nedwighafen. Dass Tonagel gestern in der Schule, wo er als Lehrer wieder vor seinen Schülern stand, die Töne fehlten, werden diese sicher nicht so tragisch genommen haben.

Minister Holger Rupprecht (SPD), der sicher auch die Landtagswahl im September im Kopf hatte, ist das kleine olympische Wunder vom Sonntag zu verdanken. Die Weltklasseathleten Ronald Verch, Franziska Weber, Tim Wieskötter, Ronald Rauhe, Fanny Fischer, Katrin Wagner-Augustin, Torsten Gutsche paddelten sich im Hafen warm, bevor es gestern für sie in Duisburg ernst wurde. "Vor den Weltmeisterschaften machen wir keine Pause mehr", sagte Ronny Rauhe dem "Prignitzer".

Prominenz fand sich aber auch schon am Sonnabend im Hafen ein. Nein, hier ist nicht die Rede von Holger Rupprecht, der der Ministerkollegin Dagmar Ziegler an seiner Seite hatte - wenn auch das natürlich erwähnenswert ist. Die Rede ist vom Wetterfrosch des rbb. Attila Weidemann stürzte sich nicht nur in das Menschengetümmel am Hafen, sondern auch noch in die Elbe. Ab Hinzdorf gehörte er zu jenen 284 mehr oder minder Mutigen, die sich im Strom die sechs Kilometer bis Wittenberge treiben ließen. Dass ein Boot ihn schon nach kurzer Zeit aufnehmen musste, lag nicht am Mumm des jungen Mannes, sondern an der Zeit, die ihn trieb. Schließlich musste in Potsdam noch der abendliche Wetterbericht vom Wittenberger Elbebadetag fertig gestellt werden. "Und der war gut", erzählten die Leute sich am Sonntag im Hafen. Und das Wetter stimmte auch, die Sonne lachte.

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