Die Buga - was ist von ihr geblieben?

Vom Garten des 21. Jahrhunderts aus bleibt der Blick frei über den Burgsee zum Schloss. Auch nach der Buga grünt und blüht es im früheren Eingangsbereich der Gartenschau.
3 von 3
Vom Garten des 21. Jahrhunderts aus bleibt der Blick frei über den Burgsee zum Schloss. Auch nach der Buga grünt und blüht es im früheren Eingangsbereich der Gartenschau.

von
22. April 2010, 10:07 Uhr

Schwerin | Als Bundespräsident Horst Köhler heute vor einem Jahr auf der Freilichtbühne die Bundesgartenschau in Schwerin eröffnete, strahlte die Sonne um die Wette mit den Gesichtern von Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow und den vielen tausend Gärtnern, Bauleuten, Organisatoren und Einwohnern der Landeshauptstadt, die zum Gelingen der Buga beigetragen hatten. Denn pünktlich zum Startschuss war ein gewaltiges Investitionsprogramm aus öffentlichen und privaten Mitteln vollendet worden, mehr als 70 Millionen Euro wurden in die Vorbereitung der Buga investiert.

Eine gute Investition? Was ist geblieben von der Gartenschau der Superlative für Schwerin? "Der Stolz, dass wir ein erfolgreiches Projekt gewinnbringend abgeschlossen haben. Eine tolle touristische Infrastruktur. Eine größere Bekanntheit unserer Stadt, des Schlosses und der wunderbaren Gärten, die in den nächsten Jahren zusätzliche Besucher nach Schwerin locken wird. Ein Wir-Gefühl, das mich sicher macht, dass wir die Probleme Schwerins gemeinsam lösen können", fasst OB Angelika Gramkow zusammen.

Die Liste der Veränderungen ist lang. Am auffälligsten ist der neu entstandene Garten des 21. Jahrhunderts mit dem Bertha-Klingberg-Platz, den Kolonnaden und der Schwimmenden Wiese. Der Burgsee ist deutlich größer geworden, hat im Süden eine Freitreppe mit Wasserspielen bekommen und wird von einer viel genutzten Promenade gesäumt. Diese zieht sich nun weiter am Schloss, an der Schlossbucht und am Marstall vorbei bis hin zum großzügig und einladend angelegten Platz am Beutel mit dem neuen Stadthafen. Die dort ansässigen Wassersportvereine haben neue Anleger und Bootshäuser bekommen, das Ufer ist öffentlich zugänglich. Die Verlängerung der Promenade Richtung Norden durch die alten Waisengärten bis zum potenziellen Strand am ehemaligen Klärwerk ist in der Planung.

Die Blumen aus dem Buga-Garten am Marstall sind zwar wieder verschwunden, die Halbinsel indes ist eine schöne, gepflegte Parklandschaft mit dauerhaft begehbaren Wegen geworden, der Blick auf den See und das Schloss ist frei. Als Park wieder erlebbar geworden ist der südliche Schlossgarten, der zuvor verwildert und abgesperrt war. Hecken und Sträucher des Buga-Labyrinths erhöhen seine Attraktivität. Ähnlich verhält es sich mit dem Küchengarten, der jetzt wieder zugänglich ist. Die Rettung seines historischen Warm- und Kalthauses durch privates Engagement wäre ohne Gartenschau - und adäquate Nutzung - kaum möglich geworden.

Ähnlich verhält es sich mit dem Buga-Ufergarten. Und die dort ansässige Rudergesellschaft hat ein attraktives Vereinshaus bekommen. Von Bestand ist auch der große Kinderspielplatz am Franzosenweg, der im einstigen Buga-Naturgarten enstanden ist. Zudem erfreuen Tausende Frühblüher an den Straßen und Hunderte neue Alleebäume die Schweriner und Besucher.

Gewiss wäre die eine oder andere Investition auch ohne Buga getätigt worden, etwa die Sanierung der Graf-Schack-Allee, der Werder- und der Stel lingstraße oder des barocken Schlossgartens. Doch das Großereignis hat vieles beschleunigt, Kräfte gebündelt und nachhaltige Wirkungen erzielt. Die Mobilisierung von privatem Kapital für die Sanierung der Altstadt ist an jeder Straßenecke sichtbar.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen