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Lokales

24. September 2017 | 01:47 Uhr

Die Bauer und die Bediener

vom

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erstellt am 25.Okt.2010 | 09:42 Uhr

Wismar | Es ist ein Novum. Einmalig in der Welt und dabei so nahe liegend. Der Schiffsmaschinenbauer verschraubt den Dieselmotor, installiert die Generatoren und Kühlaggregate. Der Schiffsmaschinentechniker sorgt dafür, dass diese Maschinen laufen. Die Hochschule Wismar und die technische Universität (IST) aus Surabaya in Indonesien bringen jetzt die zusammen, die den Maschinenraum eines großen Containerschiffes bauen und die, die ihn später bedienen. "Marine Engineer" heißt der neue Studiengang. "Das ist bislang nicht unterrichtet worden", erklärt Professor Karsten Wehner von der Hochschule Wismar.

Die Beziehungen zwischen der mecklenburgischen Hochschule und Indonesien gibt es seit knapp acht Jahren. Immer wieder wurden Indonesier in Warnemünde, dem Außenstandort der Hochschule, im Schiffssimulator trainiert und im Maschinenraum ausgebildet. Nun engagiert sich Wismar bei der Ausbildung angehender Seeleute in dem asiatischen Land. Vier Jahre dauert das Studium in Surabaya. Am Ende bekommen die Studenten einen Abschluss ihrer Heimatuni und den Bachelor aus Wismar. Damit können sie in Warnemünde weiter studieren.

Zwei Dozenten aus Mecklenburg fliegen einmal im Jahr nach Indonesien, um Vorlesungen und Seminare zu halten. Einige Vorlesungen werden per Videokonferenz übertragen. Ab 2011 können die ersten 60 Studenten immatrikuliert werden. Ein Mitarbeiter der Hochschule ist vor Ort und organisiert das Studium und die praktische Ausbildung. Denn auch in Surabaya gibt es mittlerweile einen Schiffssimulator auf dem die Seeleute für extreme Situationen wie Piratenüberfälle trainiert werden.

Das Interesse an dem deutschen Ingenieur sei enorm, sagt Wehner. "Wir haben die Hochschule auf einer Messe vorgestellt. An zwei Tagen waren rund 13 000 junge Leute dort."

An dem 17 000 Inseln umfassenden Land gehen zwei Hauptschifffahrtsstrecken vorbei. Frachter, die durch den Suezkanal nach China oder Australien fahren, passieren indonesische Gewässer. Nur: Davon habe das Land nichts. "Der internationale Schiffstransport läuft an Indonesien vorbei", sagt Professor Wehner. Moderne Häfen gebe es kaum. Das Holzboot ist noch immer Hauptverkehrsmittel, große Containerschiffe gibt es kaum. "Das ist gefährlich und entspricht nicht den internationalen Gesetzen."

Die Wismarer wollen helfen diesen Nachholbedarf zu reduzieren.

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