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Lokales

20. November 2017 | 01:31 Uhr

Die alte Stadt hat gelächelt

vom

svz.de von
erstellt am 08.Okt.2010 | 08:19 Uhr

Wittenberge | Als Eileen Huhn Anfang des Jahres im Internet auf die Ausschreibung zum Fotowettbewerb "Bitte lächeln, alte Stadt" des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung stößt, ist das Foto, das später die Jury überzeugen wird, bereits zwei Jahre alt.

"Bevor ich 2008 zum Studium von Wittenberge nach Berlin zog, wollte ich meine Heimatstadt noch einmal mit einer Fotoserie porträtieren, interessante Blickpunkte festhalten", erzählt die sympathische junge Frau. "Ich war mit meiner Digitalkamera und einer Pentacon Six-Mittelformatkamera - ein Erbstück meines Großvaters - unterwegs und kam dabei auf die Idee, das Steintor als ältestes Gebäude der Stadt mit der Digicam durch den Sucher der Pentacon zu fotografieren."

Ob das Bild den Geschmack der Jury treffen würde, daran hatte die 21-Jährige so ihre Zweifel, entschied sich aber schließlich doch, es einzureichen. "Es hat von der Einsendung bis zur Zulassung der Bilder schon ein Stück gedauert, und erst vier Wochen vor der Siegerehrung am 4. Oktober habe ich erfahren, dass ich unter den besten vier in der Kategorie Hobby-Fotografen bin. Umso größer war schließlich die Überraschung, dass ich es sogar auf den ersten Platz geschafft hatte."

Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer höchstselbst vergab in der Feierstunde in Bonn die Auszeichnung - 1000 Euro, die "ich wahrscheinlich in einen neuen Laptop investieren werde". Die Jury lobte vor allem die Bild-in-Bild-Technik des Fotos, mit der Eileen Huhn das Baudenkmal Steintor in Szene gesetzt hatte. "Ich habe mir darüber eigentlich weniger Gedanken gemacht. Die Jury hat in das Bild viel mehr hin eininterpretiert, als eigentlich dahinter steckt. Aber vielleicht ist genau das das Geheimnis des Fotos, dass es andere zum Nachdenken anregt." Allerdings, gibt die Fotografin zu bedenken, sei auch der Begriff Denkmal in Bezug auf ihr Siegerfoto mehrdeutig. "Die Pentacon selbst ist für mich auch ein Denkmal, ich liebe das Teil, fotografiere gern damit, leider sind die Filme recht teuer."

Ihr Hobby später zum Beruf zu machen, kann sich Eileen Huhn durchaus vorstellen. "Ich studiere Kommunikationsdesign, denn ein ,brotloses Fotografie- oder Kunststudium wollte ich meinen Eltern nicht zumuten", sagt sie und muss lachen. "Aber zum Kommunikationsdesign gehört auch die Fotografie dazu, auch wenn ich momentan mehr mit Typografie, also der Schriftlehre, zu tun habe."

So langsam spricht sich ihr Erfolg im Wettbewerb "Bitte lächeln, alte Stadt" auch im Familien- und Freundeskreis herum. "Ich habe nur wenigen davon erzählt, da ich ja keine Erwartungen daran hatte. Das übernehmen gerade meine Eltern. Und die sind natürlich stolz wie Bolle."

Mit Wittenberge fühlt sich die Wahlberlinerin nach wie vor stark verbunden. "Es ist meine Heimatstadt, ich komme normalerweise wenigstens einmal im Monat hierher, um Familie und Freunde zu besuchen. Eine generelle Rückkehr kann ich mir momentan allerdings nicht vorstellen."

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