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"Die 50er Jahre-Küsschen sind prima Werbung für uns"

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svz.de von
erstellt am 18.Mai.2010 | 06:16 Uhr

Grabow | Nein, es sei nichts dran am Gerücht, der Verkauf der Grabower Süßwaren GmbH an das niederländische Unternehmen Continental Bakeries ziehe den Ausstieg der Küsschenhersteller aus der Schau(m)manufaktur nach sich. Das erklärte jetzt Stefan Sternberg, Mitarbeiter bei der Berufsbildungsstätte Start, gegenüber SVZ. Erst vor knapp zwei Monaten war das mit Fördermitteln errichtete Haus in der Breitscheidstraße 4 eröffnet worden. Als gemeinsames Projekt der Stadt Grabow, der Arge Ludwigslust, Grabower Süßwaren und der BBS Start. Küsschen wie vor 50 Jahren kann man hier herstellen, saisonale Produkte gibt es; die Manufaktur soll für junge Leute Sprungbrett in Ausbildung oder Beruf werden und ist neuer touristischer Magnet der Bunten Stadt an der Elde.

"Es wird alles so weiter laufen wie bisher", bestätigte auch Simone Koltzau, Geschäftsführerin der Süßwaren GmbH. "Die Schaummanufaktur, an der wir als einer von vier Partnern sowieso nur marginal beteiligt sind, ist gut für die Stadt und die 50er Jahre-Küsschen sind tolle Werbung für uns. Ich bin mir sicher, der neue Besitzer wird das genauso sehen."

Tatsächlich können die Macher in der Manufaktur nach den ersten zwei Monaten bereits ein positives Fazit ziehen: Zum einen sind inzwischen die noch ausstehenden Arbeiten am Innenhof - der so genannten "Küsschenlaube" - beendet. Andererseits haben die Besucherzahlen die Erwartungen bei weitem übertroffen. "Natürlich hatten wir mit viel Interesse und auch mit reichlich Zulauf gerechnet", räumt Koordinatorin Laura Weist ein. "Dass aber an manchen Tagen 120 Leute kommen, hatten wir so nicht erwartet." Den Großteil der Besucher machen dabei Reisegruppen aus. "Was gewollt ist", sagt Sternberg und betont, dass das neue Manufaktur-Angebot noch sehr viel mehr mit dem Umfeld und der Region vernetzt werden soll. Als ein touristisches Paket. "Und mit dem wollen wir dann mehr noch den Individualtouristen, noch mehr die Familien."

Zwei Monate nach Start sind erste Veränderungen angedacht. Zum einen, was die eigentliche Präsentation des Hauses betrifft. Andererseits werden die Öffnungszeiten ab dem Pfingstwochenende von jetzt 11 bis 16 Uhr auf dann 14 bis 18 Uhr geändert.

Neben den "50er Jahre Küsschen" macht die Schau(m) manufaktur vor allem ihrer saisonalen Produkte wegen von sich reden. Die sind so nahe liegend wie exotisch. Nimmt man nur mal die derzeitigen Renner Spargelpudding, Löwenzahn- und Tannennadel-Brotaufstrich oder auch die Schaumtorte. "Dabei stellen wir bewusst nur solche Sachen in kleinen Mengen her, die man anderswo nicht bekommt", sagt Werkstattleiterin Andrea Techow. Wegen der Konkurrenz, zu der die Manufaktur weder werden will noch werden darf. Stattdessen gibt es Kooperationen, u.a. mit einer Bäckerei in Grabow, die ein Spezialbrot für die Schau(m)manufaktur backt und demnächst mehrtägige Veranstaltungen zur Berufsfrühorientierung in der Breitscheidstraße 4 durchführen wird, mit Ludwigsluster Hotels und es bahnen sich neue mit Fahrgastschifffahrten in Dömitz an. "Noch stehen wir mit der Vernetzung in der Region am Anfang", sagt Laura Weist, "aber wir bleiben weiter dran."

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