Der Traum ist in Erfüllung gegangen

<fettakgl>Berggorillas in Ruanda</fettakgl>
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Berggorillas in Ruanda

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30. Juli 2010, 07:28 Uhr

Neuendorf | Zurück aus dem "Land der tausend Hügel", zurück aus Ruanda. Sechs Wochen hat die 24-jährige Jana Krüger dort im "Nyamirambo Womens Centre" (NWC) in Kigali, der ruandischen Hauptstadt, gearbeitet. Es war schon immer ihr Traum gewesen, einmal nach Afrika zu reisen. Jetzt ist er in Erfüllung gegangen. Seit einer Woche ist sie wieder in Deutschland, in Neuendorf. Eingelebt hat sie sich schon wieder. "Es kommt mir vor, als wäre ich gar nicht weg gewesen, als sei das alles irgendwie nur ein Traum gewesen", sagt Jana Krüger. Während ihres Aufenthalts hat die 24-Jährige nicht nur etwas über das Land erfahren, sondern auch viel über sich gelernt. "Obwohl ich schon mal weg war, lernt man, dass man es schaffen kann. Und egal wo man hinkommt, man ist nie allein. Es ist einfach eine tolle Erfahrung irgendwohin zu kommen und dann so aufgenommen zu werden. Nach zwei Wochen behandeln die einen wie Freunde", sagt Krüger.

In Kigali unterstützte sie eine slowenische Selbsthilfegruppe für Frauen. Dort gab sie vier Frauen dreimal in der Woche Computerunterricht. Einfach war das nicht, denn die Ruanderinnen haben zum ersten Mal einen Computer angefasst und eine Maus bedient. "Wir haben ganz einfache Sachen gemacht. Wie man mit der Maus umgeht, da brauchten wir schon mehrere Stunden für", sagt Jana Krüger. Nicht nur Computerkurse gab Krüger, sondern auch Deutschunterricht. Eine junge Frau, die demnächst Tourismus studieren möchte, bat Jana Krüger, ihr ein bisschen Deutsch beizubringen: "Dienstags und freitags habe ich dann Deutschunterricht gegeben." Mit der Verständigung war es anfangs schon ein kleines Problem, denn nicht alle Ruanderinnen sprechen fließend englisch. Während die 24-Jährige den Frauen ein bisschen englisch und deutsch beibrachte, lernte auch sie ein bisschen die ruandische Landessprache, Kinyarwanda, kennen. Dadurch bemerkte Jana Krüger schnell, dass auf den Straßen Kigalis über sie gesprochen wurde. "Umusungu, das heißt Weißer, rufen sie einem hinterher", sagt Jana Krüger.

Ganz zu Beginn ihrer Zeit in Ruanda besuchte sie Berggorillas in der Nähe der Virunga-Vulkane, die im Grenzgebiet zwischen Ruanda, Uganda und im Kongo liegen. Ein einmaliges Erlebnis, wie Jana Krüger findet: "Einmal kam ein 200 Kilogramm schwerer Silberrücken auf uns zu und ging durch unsere Gruppe hindurch. Man hätte ihn berühren können. Ich konnte ihn richtig riechen, das war schon ein aufregendes Erlebnis." Ein ebenso bewegendes Ereignis für Jana Krüger war der Besuch einer Gedenkstätte. In der Kirche haben die Menschen während des Völkermordes 1994 Zuflucht gefunden. "Es ist noch alles so erhalten geblieben. Die Wände sind durchlöchert von Kanonenkugeln und an den Wänden sieht man noch das Blut, was jetzt schwarz ist und aussieht wie Dreck. Das hat einen schon sehr mitgenommen", sagt Jana Krüger.

Freunde gefunden hat die 24-Jährige auch. In Kontakt mit ihnen will sie auf jeden Fall bleiben. Zum Abschluss ihres sechswöchigen Aufenthaltes in Ruanda hat Jana Krüger noch eine Safari gemacht: "Zwei Tage sind wir durch den Park gefahren. Das ist dann Afrika, wie man es sich vorstellt, mit Zebras und Giraffen." Ihre Reise nach Afrika bereut Jana Krüger auf keinen Fall: "Mein Traum ist erfüllt. Aber es sind acu neue hinzugekommen." Südafrika wäre da noch mal ein Traumziel. Ihr nächstes Ziel heißt jetzt Schwerin, denn dort beginnt die Psychologin bei den Helios-Kliniken ihren neuen Job.

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