Der Protest geht weiter

Lübtheens Bürgermeisterin Ute Lindenau im Gespräch mit Helmut Eggers, dem Vorsitzenden der  Lübtheener 'Bürgerinitiative Braunkohle-Nein'. Thorsten Meier
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Lübtheens Bürgermeisterin Ute Lindenau im Gespräch mit Helmut Eggers, dem Vorsitzenden der Lübtheener "Bürgerinitiative Braunkohle-Nein". Thorsten Meier

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14. September 2009, 07:15 Uhr

Vielank | "Die Auswirkungen eines Braunkohleabbaus würden selbst wir durch die Erdabsenkungen bis nach Laupin, Grebs und Menkendorf noch zu spüren bekommen", warnt Detlef Schranck, Bürgermeister von Grebs-Niendorf, und Teilnehmer des 3. Fachforums. Ob organisiert in Bürgerinitiativen, Vereinen oder in losen zweckgebundenen Zusammenschlüssen, das Ziel der fast 100 Besucher im Vielanker Brauhaus ist letztendlich der Schutz der "Griesen Gegend", der dort mit und von ihr lebenden Menschen, der Natur, der gesunden Lebensbedingungen und dem Erhalt der Arbeitsplätze.

"Einen möglichen Braunkohletagebau wollen wir mit allen erdenklichen Mitteln verhindert, egal ob es nun die Mibrag oder ein anderes an der Kohle interessiertes Unternehmen ist, wir wollen sie hier nicht haben, weder Heute noch Morgen", lässt Helmut Eggert, Vorsitzender der Lübtheener "Bürgerinitiative Braunkohle-Nein" und Organisator dieses Bürgerforums, keinen Zweifel an seinen erklärten Absichten. "Deshalb brauchen wir immer wieder die öffentliche Aufmerksamkeit und einen starken Verein", erklärt der Lübtheener weiter, der etwa 150 Getreue um sich weiß.

Engagierte Bürger aus dem Süden, dem Westen und dem Norden Deutschlands haben am Sonnabend im Vielanker Brauhaus gemeinsam mit Umweltexperten über eine Zukunft zu beraten, die vor allem ohne Braunkohle auskommen soll.

"Wir wollen auch die Politik im Land dazu zwingen, dass dieses Vorhaben abgebrochen wird. Das kann nur mit einer strengeren Einstufung im Raumentwicklungprogramm für Westmecklenburg gelingen", benennt Helmut Eggers eines der Hauptziele des Forums. In der Griesen Gegend schwele nämlich noch immer die Gefahr eines künftigen Braunkohleabbaus, da seit Jahrzehnten bekannt sei, dass im Großraum Lübtheen sogenannte Diatomeenkohle, ein Gemisch aus Braunkohle und Kieselgur, lagere. Die MIBRAG mbH halte offensichtlich auch nach jahrelangen Probebohrungen, massiven Protesten aus der Bevölkerung, der Wirtschaft und der Politik an einem Tagebau zum Abbau der Diatomeenkohle fest, so Eggert.

Starreferent Prof. Dr. Hartmut Graßl vom Max-Planck-Institut in Hamburg, der auch zum Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen gehört sagte gegenüber der SVZ: "Ich wurde schon 1961 als Student mit dem Thema erhöhter Treibhauseffekt geprüft. Und seit 15 Jahren wissen wir, dass das, was wir an globalen Veränderungen beobachten, von uns Menschen selbst gemacht wird."

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