Der Prinz mit einem Herz für Käse

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14. Juli 2010, 09:39 Uhr

Kröpeliner-Tor-Vorstadt | Das Mecklenburgische Landestheater Parchim erobert den Rostocker Broadway. In der Halle 207 können Kinder ab fünf Jahren seit gestern auf eine schräge Abenteuerreise gehen. Sie begleiten den Ritter Kamenbert, der auszieht, um seinem Vater, König von Gorgonzola, zu beweisen, dass doch ein echter Held in ihm steckt. Möglich wird die Zusammenarbeit der Parchimer Bühne mit dem Rostocker Volkstheater durch eine Kooperation der beiden Häuser. Nach "Moritz in der Litfaßsäule" ist die Geschichte des Ritters die zweite Parchimer Produktion für Kinder, die somit auch in der Hansestadt gezeigt werden kann. Das Kinder- und Jugendtheater ist ein Schwerpunkt der Arbeit des Mecklenburgischen Landestheaters.

Und so ist "Ritter Kamenbert" auch ein echter Spaß für die lütten Theaterbesucher. Der Untertitel verrät schon, was dabei eine große Rolle spielt. "Ein Käsical" heißt es da. Käse und Musik sind dann auch wichtige Säulen der Handlung. Darüber hinaus geht es um Freundschaft, Mut und darum, sich selbst zu verwirklichen.

Prinz Kamenbert (Carl Pohla) hat zwar ein schnelles Pferd und ein Schwert. Doch eigentlich steht dem jungen Ritter der Sinn mehr nach Gaumenfreuden. Sein Herz gehört dem Käse - in jeder erdenklichen Variation. Edamer (Marlene Eiberger), Emmentaler (Sabrina Lössl) und Roquefort (Wiebke Rohloff), das sind seine Freunde. Doch dem König von Gorgonzola (Lutz Leyh) ist die besonnene Natur seines Sohnes ein Dorn im Auge. Ein Prinz müsse sich beweisen. Der König droht, Kamenbert zu verstoßen, wenn dieser nicht seinen Mut zeige und das Zauberschwert Romadur beschaffe. Mit diesem, so der Monarch, könne man einen ganzen Berg Käse mit nur einem Hieb einschmelzen. Verlockend.

Um seinen Vater nicht zu enttäuschen, macht sich Kamenbert auf den Weg. Vom Waffenschmied Meister Alberich (Ulf Perthel) erfährt er, dass eine geheimnisvolle Zutat für die Anfertigung der Wunderklinge fehlt. Der Drachenkäse. Dieser befindet sich im Maul eines feuerspuckenden Drachens, der in einem nahegelegenen Wald lebt. Kurzerhand macht sich der Ritter auf den Weg. Auf seiner Reise trifft er die aufgeweckte Caroline (Jenny Maria Meyer), die sich Kamenbert anschließt. Gemeinsam wollen sie mit einer List, den Drachenkäse an sich bringen. Doch nicht nur Ungeheuer bewohnen den Wald. Auch die Räuber Klops und Quargel treiben hier ihr Unwesen und haben es auf den Käse abgesehen.

Ob Drachen wirklich so furchterregend sind? Ob die ausgeklügelten Techniken des organisierten Verbrechens schlussendlich siegen? Und ob Kamenbert nun mutig oder doch ein käse-fixierter Angsthase ist? Das alles erzählt "Ritter Kamenbert" mit viel Charme, Witz und Musik mit Potenzial zum Ohrwurm. Carl Pohla ist für die Premiere als Kamenbert eingesprungen, nachdem Conrad Waligura erkrankt war. Bei späteren Terminen soll Waligura wieder übernehmen. Regie beim "Käsical" führte der Parchimer Intendant Thomas Ott-Albrecht.

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