Der "Neue" war schon im Fernsehen

Conrad Waligura schlüpft in die Rolle des Kleinkriminellen Kim. Bölsche
Conrad Waligura schlüpft in die Rolle des Kleinkriminellen Kim. Bölsche

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06. März 2010, 11:56 Uhr

Parchim | Das Mecklenburgische Landestheater Parchim bringt am morgigen Sonntag um 16 Uhr eine weitere Premiere auf die Bühne des Malsaales. Mit "Das Glück der Tomate" von Bernard da Costa ist es eine besondere Premiere, denn es handelt sich um eine Deutsche Erstaufführung.

In dem Stück begegnen sich ein aus einem benachbarten Erziehungsheim ausgerissener Kleinkrimineller und eine Tomatenzüchtende Frau, die sich in ihrem Wohn- und Gewächshaus eingerichtet hat. Ein hochaktuelles Thema um die Probleme der heranwachsenden Jugend, um deren Träume und was sie daraus machen. Wie hilft man strauchelnden Mitmenschen, welche Chancen haben sie oder ist man gewillt, ihnen zu geben."

In den Hauptrollen Marlene Eiberger und Conrad Waligura. Waligura? Der Name ist einem bekannt, doch mit Vornamen Kathrin, die in "Für alle Fälle Stefanie" bundesweit bekannt wurde. Und schnell ist klar, Conrad ist der Sohn, der 1983 in Rostock das Licht der Welt erblickte. Und scheinbar hatte er mit der Muttermilch auch das Künstlerblut von frühester Kindheit an aufgesogen. Bereits als Zehnjähriger hatte er Filmerfahrung. "Durch meine Mutter kam ich zu diesem Metier und als ich 14 Jahre alt war, hatte ich bereits eine eigene Agentin", erzählt der junge, sympathische Mann. Eigentlich gab es für Conrad nichts anderes, als ein Studium für Schauspielkunst aufzunehmen, doch nach dem Abitur kam die Zeit des Vorsprechens an verschiedenen Schulen. Nach zwei Jahren klappte es, die Schauspielschule in Hamburg nahm ihn an und sein Traum begann, Wirklichkeit zu werden. Ginge es allerdings nach dem Willen der Mutter, dann hätte Conrad etwas "Vernünftiges erlernen oder studieren" sollen. Nicht, dass sie sein Talent nicht erkannt hätte, die Schwierigkeiten der wirtschaftlichen Behauptung auf dem Markt waren der Grund.

Doch der junge Absolvent stand auch während des Studiums weiter vor der Kamera. "Küstenwache", die Serie im ZDF oder auch "In aller Freundschaft" aus dem Ersten sind nur einige Beispiele. In Hamburg lernte er auch den Regisseur Michael Jurgons (in Parchim u.a. "Moritz in der Litfasssäule") kennen. Er war es schließlich, der Conrad vorschlug, sich nach dem Studium mit weiteren Kommilitonen in Parchim zu bewerben.

Er hatte das Glück, sein Talent war gefragt, die "Chemie" stimmte auf Anhieb und so bekamen er und Jenny Maria Meyer sowie Eva-Maria Schattauer (als Gast) ihr erstes festes Engagement auf der Bühne des Mecklenburgischen Landestheaters. "Es ist herrlich hier, beim Chef steht die Tür immer offen, man geht als kleines Ensemble sehr familiär miteinander um", findet Conrad.

Die Rolle als Kim in "Das Glück der Tomate" liegt ihm. "Hier kann ich sein, was man sonst nicht ist. Sogar ein Krimineller, dem ich im wahren Leben nicht begegnen möchte", sagt er. Obwohl er der Rolle auch gute Seiten abgewinnen kann. Durch das Studium der Figur wird er konfrontiert mit der Psyche der darzustellenden Personen, lernt aber auch, sich mit der Thematik der Erziehung und Bildung der Jugend auseinanderzusetzen. "Ein Thema, welches durch die Hartz IV-Diskussion derzeit hochaktuell ist. Durch die Rolle verändert sich auch meine Sichtweise auf diese Problematik", so Waligura, der nun in die Maske muss, damit er auch äußerlich in die Rolle des Kleinkriminellen schlüpfen kann.

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