Bützowerin fordert mehr Engagement der Stadt : Der lange Kampf gegen Tretminen

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Nach der jüngsten Schneeschmelze zeigte sich in Bützow ein bekanntes Problem: Hundehaufen an Hundehaufen entlang der Hauswände. Eine SVZ-Leserin appelliert nun an das Gewissen der Hundehalter.

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10. Februar 2011, 07:59 Uhr

Bützow | Gegen übermäßig verschmutze Straße und Gehwege soll künftig konsequenter vorgegangenen werden. Das kündigte Bützows Bürgermeister Sebastian Constien auf der jüngsten Stadtvertretersitzung an (SVZ berichtete kurz). Grundstückseigentümer sollen schneller auf die Einhaltung ihrer Reinigungspflicht hingewiesen werden.

Das Problem ist nicht neu. Insbesondere zeigten sich jetzt nach der jüngsten Schneeschmelze besonders auffällige Ecken. Vor allem die Hinterlassenschaften von Vierbeinern sorgen immer wieder für Verärgerung.

So schrieb SVZ-Leserin Ulrike Ueckermann aus Bützow von einem "Spaziergang" in der 1. Ausfallstraße: "Das Bild, das sich mir bot, ließ mir einen Schauer über den Rücken laufen. Hundehaufen an Hundehaufen entlang der Hauswände." Die Ankündigung, schärfer gegen die Verunreinigung vorzugehen, reicht der Bützowerin aber nicht. "Ich begrüße es durchaus, dass die Stadtverwaltung die Reinigung von Grundstücken stärker kontrollieren will", schreibt sie in einem Brief an die Bützower Zeitung und fragt: "Ich möchte konkret wissen, in welcher Verantwortung die Hundehalter stehen?" Es könne doch nicht sein, dass nur der Grundstücksbesitzer eine Verpflichtung hat, der Reinigungspflicht nachzukommen und dabei nicht umhin kommt, auch den Hundedreck anderer zu beseitigen.

Ulrike Ueckermann liegt da genau richtig. Hauptamtsleiterin Gabriele Behning verweist auf die gerade neu erarbeitete Straßenreinigungssatzung. "Die Beseitigung von außergewöhnlicher Verunreinigung von Straßen, hierzu zählt auch die Verunreinigung der Straßen durch Hundekot obliegt den Hundeführern." Das sei bereit in der bisherigen Satzung so geregelt, wurde jetzt jedoch im Paragrafen 6 noch einmal konkreter gefasst.

Somit ist eindeutig der Hundeführer verpflichtet, die Hinterlassenschaften des Vierbeiners zu beseitigen. Wie er das macht, ob er dazu eine Plastiktüte benutzt oder etwas anderes, sei allein seine Entscheidung. "Ich denke, es müsste langsam für alle Hundeführer selbstverständlich sein, dass sie Hilfsmittel zur Beseitigung von Hundekot bei sich haben, wenn sie sich mit einem Hund im öffentlichen Bereich aufhalten", erklärt Behning.

Ein Problem: Die Politessen können nicht überall und allzeit an jedem Ort sein. "Bei diesbezüglichen Verstößen, sind wir aber auch auf Hinweise von anderen Einwohnern angewiesen, die derartige Verstöße gesehen haben", so die Hauptamtsleiterin.

Ulrike Ueckermann hätte da noch einen anderen Vorschlag: "Die Hundesteuer sollte aus meiner Sicht auch benutzt werden, um Hundetoiletten aufzustellen." Schlechte Erfahrungen, die damit vielleicht in der Vergangenheit gemacht wurden, können aus ihrer Sicht nicht dazu führen, gar nichts mehr zu tun. "Ich denke dabei z.B. an die Papierkörbe." Da habe es früher auch Probleme gegeben. Sie wurden umgekippt oder entleert. "Seit man sie fest installiert hat, läuft es doch recht gut", hat die Bützowerin festgestellt. vielleicht findet man ja doch noch eine robustere Variante für eine solche Hundetoilette.

Gabriele Behning macht in diesem Zusammenhang aber darauf aufmerksam, dass die Hundesteuer keine Form der zweckgebundenen Steuer. Sie fließt "somit als Einnahme in den allgemeinen Verwaltungshaushalt ein, ohne Zweckbindungsvermerk."

Ulrike Ueckermann möchte auch den Glauben an die Hundebesitzer und ihr schlechtes Gewissen nicht verlieren und hofft, dass sie vielleicht doch zur Einsicht kommen, fremde Grundstücke nicht zu verschmutzen. "Die Hoffnung stirbt zuletzt."


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