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Lokales

18. November 2017 | 13:18 Uhr

Der lange Kampf gegen die Müll-Berge

vom

svz.de von
erstellt am 25.Jul.2011 | 06:14 Uhr

Neustadt-Glewe | Noch liegen mehrere Tonnen Müll auf dem Gelände des Neustädter Flugplatzes. Wo sich am vorletzten Wochenende die Elektro-Szene beim Airbeat One-Festival austobte, da liegt jetzt Plastikmüll neben kaputten Zelten. Da liegen prall gefüllte Müllsäcke neben ausgedienten Grills. Bereits am Montag voriger Woche hat eine Räumungsfirma mit den Entsorgungsarbeiten begonnen, doch noch immer liegt tonnenweise Müll im Gras.

Gebürtiger Neustädter schockiert über Dreck

Christian Behn wohnt in Hamburg, ist aber alle sechs bis acht Wochen in seiner Heimatstadt Neustadt-Glewe, um seine Eltern zu besuchen. Wenn er zurückkehrt, dann genießt er die Natur in der Lewitz. Raus aus der Großstadt, rein ins Grüne, heißt dann die Devise. Doch als der 49-Jährige am vergangenen Wochenende zurück in seine Heimat kommt und eine kleine Fahrradtour unternimmt, da entdeckt er nicht unberührte Natur, sondern ein ziemliches Müll-Chaos auf dem Neustädter Flugplatz. Kommentar des naturverbundenen Mannes: "Ich bin entsetzt über diese riesige Müllhalde." Behn ist nach eigener Aussage zwar nicht mehr im dem Alter, auf Festivals abzutanzen. Allerdings ist er kein Festival-Gegner. Im Gegenteil: "Ich bin durchaus dafür, dass solche Veranstaltungen stattfinden, wenn es nicht gerade, wie bei der letztjährigen Loveparade, durch Missmanagement in einer tödlichen Katastrophe endet", so Behn. Allerdings kann er nicht verstehen, wie es sein könne, dass noch über eine Woche nach dem Ende der Veranstaltung so viel Müll auf dem Areal liegt. "Da sollte der Veranstalter doch ein paar Euro mehr für die Bereinigung des Veranstaltungsgeländes übrig haben", meint der Wahl-Hamburger. Er wisse nicht, wem das Gelände gehört. Er wisse auch nicht, wer die Genehmigung erteilt hat. Behn weiß nur eins: "Teile des Flugplatzes, auf dem die Veranstaltung stattfand, sind derzeit ein riesiger Müllplatz und das geht irgendwie gar nicht." Ihm ist es wichtig, dass der Müll zeitig entsorgt wird.

Neustadts Bürgermeister verspricht sauberen Flugplatz

Wird er auch, sagt Neustadts Bürgermeister Arne Kröger auf SVZ-Anfrage. "Bis Ende der Woche soll der komplette Müll entsorgt werden", so das Stadtoberhaupt. Dies obliege allerdings dem Veranstalter. Bei dem regnerischen Wetter der vergangenen Tage sei es jedoch besonders schwierig, das Gelände zu säubern.

Um Festival-Besucher dazu zu bringen, möglichst wenig Müll zurückzulassen, hatten sich die Veranstalter eine Strategie überlegt: Fünf Euro fielen für jeden Besucher an, der seine Abfälle nicht am Ausgang in einen der Müllcontainer warf. Doch die Besucher waren erfinderisch und umgingen damit die Strafzahlung: Sie gaben am Ausgang fremde Müllbeutel ab, kassierten das Geld und ließen den eigenen Müll liegen, so berichtet ein Mitarbeiter einer Reinigungssfirma.

Reinemachen mit Verlängerung?

Nach dem Ende der Aufräumarbeiten nimmt das Ordnungsamt der Stadt das Gelände ab. In den vergangenen Jahren war die Abnahme nicht gleich im ersten Anlauf über die Bühne gegangen, der Veranstalter hatte nachbessern müssen, erinnert sich Arne Kröger. "Zwischen zwei und drei Wochen hat es damals insgesamt gedauert, bis der Müll komplett weg war", so der Bürgermeister. Mal sehen, ob die Stadt in diesem Jahr im ersten Anlauf mit den Säuberungsarbeiten zufrieden ist oder ob die Reinemacher erneut in die Verlängerung müssen.

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