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Lokales

20. November 2017 | 22:18 Uhr

Der klassische Neujahrsgruß

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svz.de von
erstellt am 02.Jan.2011 | 07:32 Uhr

Rostock | Der Brauch, sich zum neuen Jahr in gedruckter Form alles Gute zu wünschen, geht mindestens auf das 17. Jahrhundert zurück. Man nutzte die damals üblichen Flugblätter mit Neujahrsgedichten, um diese als Neujahrsgruß zu verschenken. Mit dem Siegeszug der Ansichtskarten im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts ergab sich auch für die nicht so begüterten Bevölkerungsschichten eine kostengünstige Gelegenheit für einen Neujahrsgruß. Kartenschreiben wurde Mode. Bis Ende Januar 1905 durfte im Deutschen Kaiserreich die Anschriftenseite allerdings nur für die Adresse und die Briefmarken verwendet werden.

Neujahrskarten lassen sich grob in fünf Kategorien unterteilen:

• Da sind zunächst die normalen Post- oder Ansichtskarten. Sie wurden mit einer handschriftlichen Eintragung versandt und sollen dem Empfänger vermitteln, dass man an ihn gedacht hat.

• Teils sehr aufwändig gestaltete "Konfektionskarten" wurden auf den Anlass bezogen gedruckt und hatten den Vorteil, dass sie überall vertrieben werden konnten.

• Künstler hatten schon immer das Bedürfnis, Freunden und Bekannten ein besonderes Zeichen ihres Wohlwollens zukommen zu lassen. Sie gestalteten eigens dafür Glückwunschkarten und verschickten diese an mögliche neue Kunden.

• Mit privatem Zu- oder Eindruck versehene regionale Karten erschienen, meist von privaten Auftraggebern geordert, in kleinen Auflagen von 50 bis 200 Stück (Abbildungen gesamte linke Reihe und mittlere Reihe, oben).

• Spezielle Ereigniskarten, die zum Jahreswechsel mit regionalen Motiven angefertigt wurden, waren am beliebtesten. Allerdings waren diese meist im oberen Kostenbereich angesiedelt. Die abgebildeten Prägekarten der Jahre 1906 und 1907 sind hierfür besonders hübsche Beispiele, da sie mit denselben Motiven in zwei aufeinanderfolgenden Jahren verwendet wurden, in gleicher Form, aber auch aus anderen Städten existieren. Andere Herstellungsarten gibt es aus anderen Epochen. So ist beispielsweise auf der Neujahrskarte von 1958/59 überliefert, dass zum damaligen Zeitpunkt etliche der Häuser in der Langen Straße - damals "Straße des Nationalen Aufbauwerkes" - fertiggestellt waren, die Straßenbahn aber noch durch die Kröpeliner Straße fuhr. Nur daher konnten die erleuchteten Tannen eine Atmosphäre beschaulicher Ruhe vermitteln.

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