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Lokales

17. November 2017 | 18:50 Uhr

Der Blick von unten

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erstellt am 05.Okt.2010 | 09:59 Uhr

Östliche Altstadt | Sein neuestes Projekt heißt "Beinarbeit". Im Gastatelier in der Östlichen Altstadt hat Rayk Goetze (46) drei Monate als Stipendiat gelebt und gearbeitet. Auf Einladung des Amtes für Kultur und Denkmalpflege der Hansestadt Rostock folgte der Maler dem Ruf der Heimat, um im Schleswig-Holstein-Haus seinen kreativen Horizont zu erweitern.

Mit Besuchen einiger Orte seiner Kindheit, besann sich Goetze auf seine Vergangenheit als Rückenschwimmer. Dabei kam ihm in den Sinn, wie er Menschen aus der Sicht bei dem Wassersport wahrnahm. "Ich habe sie meistens von unten gesehen", sagt er. Und so kam ihm nach einigen Wochen die Idee, diesen altbekannten Blickwinkel auf die Leinwand zu bringen. Aber auch Reflektionen aus seiner Militärzeit setzte der Maler in Szene. "Hauptsächlich gesehene Dinge male ich", so Goetze. Darunter beispielsweise einen Mann im Taucheranzug.

Ganz am Anfang steht er noch mit seinem dritten Projekt, bei dem er menschliche Glieder in abstrakte Formen übergehen lässt. "Da probiere ich mich derzeit noch aus", sagt Goetze, der die Kunst als Hinterlassenschaft eines Gedankens oder einer Idee betrachtet. Er möchte keine psychologische Deutung seiner Bilder anstellen. Schließlich seien sie zum Anschauen. "Da will ich nicht viel erklären müssen", sagt er.

Ohne Pinsel, Farbe und Leinwände hat der Kreativkopf sein Gastatelier mit angrenzenden Schlafzimmer im Juli bezogen. "Es hat mich mehrere Wochen gekostet, mit den Lichtbedingungen des Raumes zurechtzukommen", so der 46-Jährige. Auch die Annäherung an die Umgebung brauchte seine Zeit.

"Ich bin in einem grauen Plattenbau in Lütten Klein aufgewachsen aber in Stralsund geboren", sagt Goetze. Von daher ist ihm die Stadt an der Warnow wenig positiv in Erinnerung geblieben. Umso interessanter war es für den ambitionierten Künstler nach Jahren der Abwesenheit wieder an die Ostsee zu kommen. "In der Östlichen Altstadt habe ich für mich die richtige Umgebung gefunden", sagt Goetze. Mit der Neuentdeckung des mit Rostock seinen Frieden gemacht hat. Er hat somit einen anderen Blick auf die Stadt bekommen und Orte seiner Jugend besucht. Darunter die alte Schule mit dem Appellplatz. "Es sieht noch aus wie früher, nur die Bäume sind größer", merkt er an.

Nach dem Abitur und seiner Ausbildung bei der ehemaligen Neptun Werft, verschlug es den Stralsunder an die Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. "Dort hat er von namhaften Größen wie Arno Rink und Neo Rauch gelernt", sagt Gesine Karge. Sie ist beim Kultur und Denkmalamt für die Künstlerförderung und Bildenden Künste verantwortlich. Nach seinem 1997 erworbenen Diplom unternahm Goetze Studienreisen in das italienische Florenz. Weiterhin arbeitete er in Potsdam und Leipzig. Seit 1995 konnten bisher 68 Künstler in dem Gastatelier arbeiten. In einer Ausstellung in der Galerie am Alten Markt werden im Herbst 2011 10 Künstler ihre Werke präsentieren.

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