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Stadt Wittenburg : Demografie ein Schnippchen schlagen

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Viele Städte und Gemeinden leiden unter Einwohnerschwund. Wo zahlungskräftige Bürger abwandern, verschwinden auch Geschäfte, Bankfilialen und Restaurants. Immer mehr Bürgermeister ergreifen deshalb die Initiative.

Viele Städte und Gemeinden leiden unter Einwohnerschwund. Wo zahlungskräftige Bürger abwandern, verschwinden nach und nach auch Geschäfte, Bankfilialen und Restaurants. Immer mehr Bürgermeister wie Norbert Hebinck ergreifen deshalb die Initiative. Sie wollen nicht tatenlos zusehen, wie ihre Orte veröden und immer mehr Steuerzahler verlieren. Denn Fachkräftemangel und demographischer Wandel ist in aller Munde. Die Stadt Wittenburg debattiert jedoch nicht nur darüber, sondern packt nun an. Kommune und junge Familien rücken enger zusammen.

"Wir haben im Löninger Ring bereits 15 Grundstücke zwischen 500 und 700 Quadratmeter erworben. 30 sollen es einmal werden", sagt Bürgermeister Norbert Hebinck. Das Stadtoberhaupt will dieses Bauland kostengünstig an junge Familie, möglichst mit Kindern, weiterveräußern. "So wollen wir sie in der Region halten, denn unsere Einwohnerzahlen sind rückläufig, der demografische Wandel schlägt auch in Wittenburg durch", erklärt der 62-Jährige weiter, der seit 1991 die kommunalen Zügel in den Händen hält. Derzeit lebten etwa 4890 Einwohner in Wittenburg. "Die Einwohnerzahl ist seit 1995 um etwa 15 Prozent gesunken. Das sind rund 700 Menschen weniger, obwohl die Arbeitsplätze mehr geworden sind. Erst seit 2011 steigen die Einwohnerzahlen langsam wieder", rechnet der Stadtobere vor und betont, dass sich das Baulandangebot auch an Einpendler richte. Tätig geworden sei die Kommune auf Vorschlag der Stadtvertretung, erinnert sich der Bürgermeister. Ein Gutachterausschuss müsse nun noch tagen und die Stadtvertreter einen Kriterien-Katalog für die Grundstücksvergabe und das Auswahlverfahren erarbeiten.

Die Baugrundstücke, die ab 2012 vergeben werden sollen, liegen in einem Bebauungsgebiet mit ausschließlicher Wohnbebauung. Es befindet sich abseits vom Durchgangsverkehr in ruhiger Wohnlage. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad sind es nur etwa 600 Meter bis zur Stadtmitte. Das Wohngebiet liegt eingebettet in einer landschaftlich schönen Gegend. Wiesen und Felder fügen sich an die Bebauung. 2011 wurde der Bereich, der den Löninger Ring mit dem Stadtkern Wittenburgs verbindet, neu gestaltet. Eine kleine Parkanlage soll auch die älteren Menschen zum Verweilen einladen und Eltern mit ihren Kindern sollen Beschäftigung durch die anspruchsvollen Spielgeräte finden. Eine hölzerne Fußgängerbrücke, die den Anschluß an die stadtnahe Landschaft schafft, ist bereits im Januar montiert worden. Gleichzeitig wurde ein erster Teil der historischen Wallanlagen, die sich zwischen dem Löninger Ring und dem Stadtkern befinden, saniert.


Wirtschaftsstandort mit günstiger Verkehrsanbindung

"Unsere Stadt gehört zu der Region mit einer hohen Industriedichte in Mecklenburg-Vorpommern. Infrastruktur, Arbeit, Leben und Einkaufsmöglichkeiten sind o.k. Durch die A 24 ist Wittenburg unmittelbar mit den Metropolen Berlin und Hamburg verbunden. Sehr gute Grundstücksangebote haben schon zahlreiche Unternehmen früh überzeugt, sich bei uns in Wittenburg anzusiedeln", wirbt Hebinck für die Stadt. Der vielseitige Mix aus sehr unterschiedlichen Wirtschaftsbranchen verschiedenster Größe - vom Einmannbetrieb bis zum Weltkonzern - mache Wittenburgs Wirtschaftskraft stabil. So könnten dauerhafte Arbeitsplätze gesichert und Ausbildungsplätze geschaffen werden. Die Palette der Waren, die in Wittenburg gefertigt würden, sei vielfältig. Ein Schwerpunkt liege in der Ernährungsindustrie.

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erstellt am 27.Dez.2011 | 12:02 Uhr

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