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Lokales

22. November 2017 | 13:57 Uhr

Demenzfälle steigen im Kreis rapide an

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erstellt am 16.Mär.2011 | 07:05 Uhr

Prignitz | Die Lebenserwartung steigt und damit das Risiko, an Demenz zu erkranken. "Hatten wir in der Prignitz im Jahre 2008 nur 4620 Menschen, die 80 Jahre und älter waren, werden es 2030 bereits 8520 sein", sagt Torsten Uhe, erster Beigeordneter des Landrates. Uhe erwartet einen spürbaren Anstieg der Demenzerkrankungen. Schon heute liegen laut dem aktuellen Demenz-Report des Berlin-Instituts die Kreise mit dem höchsten Anteil Demenzkranker im Osten Deutschlands. In der Prignitz sind es auf 100 000 Einwohner 1600 bis 1900, mehr als in Ludwigslust oder Parchim. 2025 werden es 2800 und mehr sein.

Deutlich weniger Demenzkranke wird es in Kreisen geben, die vom Zuzug junger Familien profitieren. Beispiele sind Vechta und Cloppenburg in Niedersachsen. Diese Entwicklung sei aber nicht zu stoppen, deshalb müsse man sich darauf vorbereiten, so Torsten Uhe. Im Landkreis geschehe dies auf verschiedene Art und Weise. "Heute werden Informationsveranstaltungen gut angenommen. Ich erinnere an den jährlichen Alzheimer-Tag im Kreiskrankenhaus Prignitz."

Die Aufklärung werde durch eine gute Betreuung ergänzt. Neben der pflegerischen Versorgung bedürfen Demenzkranke einer Aufsicht. "Diese wird hauptsächlich durch nahe Angehörige erbracht. Hier werden in den nächsten Jahren starke Veränderungen auftreten, da in den letzten 20 Jahren weitaus weniger Kinder geboren worden sind und die Familie kleiner ist", sagt Uhe. Verschärft werde diese Situation durch den Wegzug von jungen Leuten seit 1990.

So werde neben der pflegerischen Versorgung, die von Angehörigen und Pflegediensten realisiert wird, die Betreuung der Demenzkranken durch ehrenamtliche Kräfte verstärkt werden müssen. Diese ehrenamtliche Tätigkeit wird von Pflegekassen und dem Landkreis gefördert. So gibt es Betreuungsgruppen für Demenzkranke unter anderem in Wittenberge (DRK), Perleberg (Volkssolidarität), Meyenburg (DRK). Über mögliche Unterstützungen informiert der Pflegestützpunkt in Perleberg. Uhe erinnert an die Tagespflegeeinrichtungen. Im Landkreis Prignitz gibt es acht mit 130 Plätzen. Weitere seien in Vorbereitung.

Dennoch kann man nicht in jedem Einzelfall das Leben im eigenen Haushalt sicherstellen und damit wird eine Aufnahme in einem Pflegeheim notwendig. Mit der Einführung des Pflege-TÜVs werden die Alten- und Pflegeheime auch im Umgang mit demenzkranken Bewohnern bewertet.

Ein individuelles Betreuungsangebot gebe es in der Wohngemeinschaft, welche sich im Haus der Volkssolidarität in Perleberg befindet. Bisher ist es im Kreis die einzige Wohngruppe. Im gleichen Haus hält die Volkssolidarität auch eine Alzheimerkontakt- und Beratungsstelle vor.

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