Medizinische Versorgung verschlechtert sich : Dem Landkreis Ludwigslust gehen die Ärzte aus

Landärztin Undine Lange in ihrer Wöbbeliner Praxis.  Foto: Benjamin Piel
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Landärztin Undine Lange in ihrer Wöbbeliner Praxis. Foto: Benjamin Piel

Im Landkreis Ludwigslust gibt es immer weniger Hausärzte. Verantwortlich dafür ist v.a. das steigende Durchschnittsalter der Mediziner. Ein wachsende Anzahl an Ärzten geht in den Ruhestand, es fehlt an Nachwuchs.

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26. November 2010, 08:37 Uhr

Ludwigslust | Im Landkreis Ludwigslust gibt es immer weniger Hausärzte. Verantwortlich dafür ist vor allem das steigende Durchschnittsalter der Mediziner. Immer mehr Ärzte gehen in den Ruhestand, gleichzeit jedoch fehlt es an Nachwuchs. Dadurch verschlechtert sich die ärtzliche Versorgung zusehends.

Nach Schätzungen des Lankreises wird im Jahr 2020 jeder dritte Einwohner über 65 Jahre alt sein. Dadurch steigt der Bedarf an medizinischer Versorgung. "Die Behandlungsintensität hat erheblich zugenommen", sagt Frank Ulrich Montgomery, Vizepräsident der Bundesärztekammer. Dass gleichzeitig die Zahl der praktizierenden Ärzte deutlich zurückgeht, verschärft das Problem zusätzlich.

Kreisweit nur noch 82 Hausärzte

Während es im Jahr 2005 landkreisweit (zusammengerechnet mit dem Amt Neuhaus) noch rund 90 Allgemeinmediziner gab, praktizieren in diesem Jahr nur noch 82. "Davon sind 19 bereits 60 Jahre alt und älter", sagt Eveline Schott von der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern. Nach der Bedarfsplanungsrichtlinie könnten jedoch bis zu 96 Hausärzte tätig sein. Schon in den kommenden Jahren also wird sich das Problem des Landärztemangels demnach drastisch zuspitzen. Der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen für den hausärztlichen Versorgungsbereich spricht von einer "in absehbarer Zeit drohenden Unterversorgung". Montgomery befürchtet eine "fortschreitende Ausdünnung der ambulanten Versorgung". Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern sind bereits jetzt 100 Hausarztstellen landesweit unbesetzt. Seit 2001 haben 144 Hausarztpraxen im Land ohne Nachfolger geschlossen, 16 weitere kommen jährlich hinzu. Ganz anders sieht es bei den Fachärzten aus, sie sind im Landkreis ausreichend vorhanden.

Längst ist der Landärztemangel zur Chefsache geworden. Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) will eine neue Expertenkommission bilden, die klären soll, wie künftig die landärztliche Versorgung verbessert werden könne. Anfang nächsten Jahres soll die Expertenrunde erstmals tagen. Rösler regte außerdem dazu an, die Zahl der Studienplätze zu erhöhen und den Numerus-Clausus für das Medizinstudium abschaffen.

Wenige junge Ärzte zieht es aufs Land

Arbeit gibt es für potentielle Nachfolger also reichlich. Doch Nachwuchsärzte sind trotzdem Mangelware. Nur die wenigsten jungen Mediziner können sich das Leben und Arbeiten auf dem Land vorstellen. "Die Infrastruktur auf dem Land ist für junge Ärzte oft nicht besonders attraktiv", erklärt Andreas Crusius, Präsident der Landesärztekammer MV.

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