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Lokales

11. Dezember 2017 | 04:59 Uhr

Dem Kistenplatz folgt neue Kaianlage

vom

svz.de von
erstellt am 03.Aug.2010 | 06:50 Uhr

Rostock | Im Fischereihafen pulsiert das Umschlaggeschehen. Kalk, Dünger, Getreide und vor allem Holz gehen über die Kaikanten. Schiffe wie "Ingvild" und "Hagland Boss" löschen ihre Holzfrachten, während "Amny Eems" mit Getreide beladen wird. Schon Ende Juni konnte ein Umschlagergebnis von 541 000 Tonnen verzeichnet werden, davon allein 356 000 Festmeter Holz. Selbst jetzt in der Ferienzeit rollt täglich ein Zug mit Holz von Marienehe nach Stendal, Wittstock und zu anderen Zellstoff- und Zellulose-Werken. Die 60 Mitarbeiter des Fischereihafens und ihre Partner haben alle Hände voll zu tun. Wenn alles gut weiter läuft, können sie in diesem Jahr trotz des langen Winters erstmals die Million im Umschlagergebnis knacken.

"Wir sind auf dem guten Wege, unser bisher bestes Ergebnis anzusteuern", bestätigt Ronald Schulz (50), der Leiter Hafenumschlag. Er zeigt uns, wie der Hafen sich auf weiter wachsende Leistungen vorbereitet. Gegenüber den alten Fischhallen ist eine neue Umschlags- und Lagerfläche entstanden.

14 000 Quadratmeter Fläche für Holz- und Stückgut-Terminal

Im November vergangenen Jahres hatten die Tiefbauer der Firma Groth & Co. begonnen, den alten Kistenplatz des Fischkombinates, auf dem einst die Hallen der Heinkel-Flugzeugwerke standen, für den Umschlag herzurichten. Fundamente waren zu enttrümmern, kontaminierter Boden auszutauschen und zu planieren, Torfuntergrund zu befestigen. Die knapp 14 000 Quadratmeter große Fläche bedeckt inzwischen eine Schwarzdecke und wurde mit Betonteilen eingefasst. Neue Flutlichtmasten recken sich in den Himmel. In der 33. Kalenderwoche soll die offizielle Übergabe der Investition erfolgen, die etwa 1,8 Million Euro umfasst und vom Land und der Europäischen Union gefördert wird. Am 20. August, so Schulz, wird das Tor hier geschlossen.

Diese Baumaßnahme ist praktisch die erste Etappe auf dem Wege zu einem neuen Holz- und Stückgut-Terminal des Hafens. Die zweite ist der Ausbau des Liegeplatzes 2, wofür am 22. September der offizielle Spatenstich erfolgen soll. Dazu werden auch Vertreter der Industrie eingeladen, um die gewachsenen Möglichkeiten des Nischenhafens bis hin zur Projektverladung zu zeigen, macht Ronald Schulz deutlich. Der Ausbau wird mit dem Abbruch der Gebäude 213 und 214 beginnen. Bis zum Kopfgebäude 215 aber bleibt ein Teil der alten Industriearchitektur stehen. Der bisherige Mitteltrakt wird künftig den Abschluss der Fischhallen bilden.

Ein Teil des alten Hafenbeckens ist auszubaggern, Kaianlagen sind neu zu bauen. In vier Bau-Losen werden die Arbeiten für diese Investition des neuen Holz- und Stückgut-Terminals unter Regie von Inros Lackner ausgeschrieben, die insgesamt mit Planungskosten einen Umfang von vier Millionen Euro umfassen dürfte. Bis Ende August 2011 wird die Fertigstellung angesteuert und danach das Vorziehen des Holzumschlags vom Warnowkai möglich.

In dieser Woche steht auch der Fischereihafen im Zeichen der Hanse Sail. Der Steg für die Seeflieger wurde hergerichtet und auch etwa 16 Schiffe - vom Gaffelkutter "Ellen" bis zum Dreimast-Schoner "Fritjof Nansen" hier abseits vom großen Getümmel ihren verkehrsmäßig gut angebundenen Liegeplatz.

Der Umschlag im Fischereihafen läuft aber auch während des maritimen Spektakels ungebrochen weiter. Zwangspausen werden zu Reinigungs- und Wartungsarbeiten genutzt.

Steffen Lorentz, Uwe Ruthmann und Hansi Förster etwa reparieren ein Förderband auf dem Gelände. Auch kleine Investitionen intensivieren ihre Arbeit. So hilft ihnen ein neuer Greifer für ihren Liebherr-Kran, Rieselverluste beim Umschlag zu minimieren.

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