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Lokales

23. September 2017 | 07:48 Uhr

"Dein Ausbildungsplatz ist noch frei"

vom

svz.de von
erstellt am 31.Okt.2010 | 06:30 Uhr

Schwerin | Die 17-jährige Luisa Wolf steuert zielstrebig den Stand der Pflegeberufe an. "Ich möchte mit Menschen arbeiten und interessiere mich vor allem für die Altenpflege. Ich würde darin aufgehen", ist sich die zierliche Schwerinerin sicher. Der Termin für den Tag der offenen Tür im Pflegeheim Schwerin ist schnell notiert - ihre Fragen zur Ausbildung zügig beantwortet.

Luisa ist eine von zahlreichen jungen Menschen aus der Region, die sich beim 13. Lehrstellentag an den Ausstellungsständen der 81 Unternehmen, Institutionen und Berufsschulen über diverse Ausbildungswege und Berufszweige informieren möchte. Auf der Informationsmeile, die am Sonnabend im Verlagshaus unserer Zeitung vom Foyer bis ins Druckzentrum reicht, tummelt sich eine bunte Mischung aus wissbegierigen Schülern, Auszubildenden und Ausstellern. Neben konventionellen Berufen wie Friseur, Koch und Maler, werben auch Exoten der Arbeitswelt für Nachwuchs.

Milchtechnologe oder Heilerziehungspfleger möchte Marius Pätzold nicht werden, aber das Angebot der Designschule Schwerin weckt Interesse bei dem 15-Jährigen: "Ich habe vor, Mediengestalter zu werden, aber Gamedesigner klingt auch spannend."

81 Unternehmen präsentieren ihre Ausbildungsangebote

Bei dem breiten Spektrum an Angeboten, ist es nicht immer einfach, die ideale Berufswahl zu treffen. Mit der Lehrstellenbörse möchten der Zeitungsverlag Schwerin und die Sparkasse Mecklenburg Schwerin Jugendlichen eine Plattform zur Berufsorientierung bieten. "Es ist unsere gesamtgesellschaftliche Pflicht, junge Leute zu informieren. Wir wollen hier keine vagen Vorstellungen sondern konkrete Einsichten vermitteln", macht Diedrich Baxmann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Mecklenburg Schwerin, deutlich. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels müssten sich Unternehmen um Nachwuchs bemühen. "Mit dieser Veranstaltung und starken regionalen Partnern können wir jungen Leuten berufliche Perspektiven in unserer Region aufzeigen und dem Abwanderungstrend entgegenwirken", betont Gudrun Hamann von der Verlagshausleitung Nordwest.

Die Tatsache, dass es mehr Lehrstellen als Interessenten gibt und Betriebe sich aktiv nach Bewerbern umschauen müssen, bestätigt auch Carola Haase von der Barmer GEK.

Und Haase verspricht sich so einiges vom Lehrstellentag. Erfahrungsgemäß laufen im Anschluss an die Veranstaltung noch viele kurzfristige Bewerbungen bei ihr ein. "Wir können dann die Sahne abschöpfen", sagt die Angestellte der Krankenkasse schmunzelnd. Auch die Mecklenburger Backstuben werben mit dem Satz: "Dein Ausbildungsplatz ist noch frei!"


Praktikum ermöglicht gute Einblicke

Tobias Behn hat bereits eine Lehrstelle in seinem Traumberuf in der Tasche. Er macht seit Ende August in Schwerin eine Ausbildung zum Friseur. Der 20-Jährige kann einige Ratschläge geben: "Wichtig ist, genau zu wissen, was einem Spaß macht. Ich habe mich zum Beispiel vorher als Maler und Lackierer ausprobiert."

Der Schweriner, der nicht mit ausgezeichneten Noten punkten konnte, bekam die Anstellung als Juniorstylist dank eines sechsmonatigen Praktikums. "Bei seinem Engagement konnten wir gar nicht anders, als Tobias einzustellen", sagt sein Arbeitgeber, Sören Klaus.

Entspannt die Füße hochzulegen und die Jobsuche auf sich zukommen zu lassen, ist also auch in Zeiten des Fachkräftemangels keine Lösung. Die Aussteller sind sich einig: Die besten Chancen haben die Bewerber, die wissen was sie wollen, selbstbewusst auftreten und möglichst schon praktische Erfahrung vorweisen können.

Praktische Erfahrungen als Mediengestalter hat auch Marius Pätzold schon gesammelt. Der junge Schweriner hat bereits in einer Werbeagentur hospitiert. Nach dem Lehrstellentag ist ihm klar: "Ich möchte zuerst auf dem Wirtschaftsgymnasium mein Abitur machen, bevor ich mich dann für eine Ausbildung bewerbe." Er hofft, sich dadurch besser in der Medienbranche weiterentwickeln zu können. Auf die Bewerbungsphase fühlt sich der 15-Jährige nun sehr gut vorbereitet. Wie der Lehrstellentag war? "Alle meine Fragen wurden beantwortet - jetzt kann es losgehen."


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