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Lokales

21. November 2017 | 05:37 Uhr

DDR-Museum vor dem Saisonstart

vom

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erstellt am 22.Mär.2011 | 07:29 Uhr

Perleberg | Winterruhe - die gab es im DDR-Geschichtsmuseum in der Feldstraße nicht direkt. "Wir haben hier eigentlich immer zu tun und stets gewirbelt", sagt Hans-Peter Freimark. Das gilt in besonderem Maße natürlich jetzt für die letzten Tage vor dem Saisonstart. Ab 1. April ist wieder geöffnet: Donnerstags und freitags von 10 bis 13 Uhr, sonnabends, sonntags und feiertags von 13 bis 16 Uhr. In den Ferien hat das Museum montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr, an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen von 13 bis 16 Uhr auf.

Besucher erwartet dann unter dem Dach, unter dem auch das Museumscafé untergebracht ist, ein neuer Ausstellungsbereich. Gezeigt werden Mopeds, Motorräder, Krankenfahrstühle und Fahrräder aus DDR-Produktion sowie Trabis. "Dabei verstehen wir uns nicht als Konkurrenz zum Oldtimermuseum, sondern - im Gegenteil - als sinnvolle Ergänzung. Wer mehr sehen möchte, möge das Oldtimermuseum besuchen, das werden wir unseren Gästen mit auf den Weg geben", macht Hans-Peter Freimark deutlich. Dokumentiert werden unter anderem auch die Auslieferungszeiten für Pkw in der DDR.

Während der Winter, was die angemeldeten Besuchergruppen angeht, relativ ruhig verlief, gibt es für die bevorstehende Museumssaison schon zahlreiche Vormerkungen. "Wir haben so um die 5000 Besucher im Jahr", erzählt Hans-Peter Freimark nicht ohne Stolz. Denn es gibt darunter auch immer wieder Gruppen, die sich zwei Tage Zeit nehmen, um das Museum in aller Ruhe zu erkunden, und die sich dann in Perleberger Hotels einmieten. Auf 30 000 bis 40 000 Exponate schätzt Freimark den derzeitigen Bestand des Museums, darin enthalten auch Zeitschriften aus der Zeit nach 1945 in gebundenen Jahrgängen - ein Fundus besonders für diejenigen, die sich für die Stalinzeit interessieren.

Hans-Peter Freimark weist darauf hin, dass man im Laufe der Saison mehrere Höhepunkte anpeile: Die Teilnahme an der vierten Perleberger Museumsnacht am 13. Mai, den 50. Jahrestag des Mauerbaus am 13. August und den fünften Geburtstag des DDR-Geschichtsmuseums - eigentlich am 7. Oktober, begangen werde er aber am 3. Oktober. Und er macht auf einen Service des Museums aufmerksam, den es schon von Beginn an gibt, der aber wohl nicht so bekannt ist: "Man kann bei uns Anträge auf Einsicht in Stasi-Unterlagen stellen." Dieses Jahr steht zudem im Zeichen des alten Fernmeldeamtes in der Karl-Marx-Straße. Hier soll künftig die Zeit vor 1945 dokumentiert werden. "Wir möchten uns aber nicht nur aufs Dritte Reich beschränken, sondern zurückgehen etwa bis zur Reichsgründung 1871, um Zusammenhänge und Entwicklungen zu verdeutlichen", sagt Freimark. Unterstützt wurden die Bemühungen bislang unter anderem vom Deutschen Historischen Museum Berlin, das Texttafeln zur Hitlerdiktatur zur Verfügung stellte. Mit der Eröffnung dieser Dokumentationsräume sei erst im kommenden Jahr zu rechnen, "allerdings möchten wir uns im September wieder gern am Tag des offenen Denkmals beteiligen. Dann kann man hier sicher auch schon sehr viele Fortschritte sehen", schaut Hans-Peter Freimark voraus.

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