Datenklau im großen Stil

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10. April 2010, 01:57 Uhr

Rostock | Mehr als 60 Betrugsopfer gibt es bislang, nachdem an Geldautomaten der Deutschen Bank in Rostock, Bützow und Güstrow Kontodaten ausgespäht wurden. Die Polizei geht jetzt von einem Schaden in sechsstelliger Höhe aus. Allein am Donnerstag meldeten sich 34 Opfer bei der Polizei, die zusammen um etwa 80 000 Euro geprellt wurden. "Die Betrüger heben im gesamten europäischen Ausland Geld ab", sagt Polizeisprecherin Yvonne Burand. Fälle aus Italien, Großbritannien und Bulgarien seien bereits bekannt. Mit den ausgespähten Bankdaten und angefertigten Dubletten der Kundenkarten ließe sich nur im Ausland Geld abheben. "An deutschen Bankautomaten funktioniert das nicht", so Burand.

Das Ausspähen von Bankdaten - das so genannte Skimming - ist keine neue Betrugsmasche. Angesichts der Vielzahl der Geschädigten spricht die Polizei nun aber von einem "herausragenden Fall" im Nordosten. Zu den laufenden Ermittlungen macht die Polizei derzeit keine Angaben. Fest stehe allerdings, dass es sich bei den Fällen nicht um einen Einzeltäter handelt. Vielmehr sei eine professionell arbeitende Betrügerbande am Werk.

Die Polizei rät dazu, Geldautomaten vor der Benutzung auf Manipulationen und Veränderungen zu prüfen. Am ehesten fallen diese auf, wenn immer der gleiche Automat benutzt wird. Einzeln stehende Geräte, beispielsweise an Einkaufsmärkten, sollten vermieden werden. Darüber hinaus sollten Bankkunden regelmäßig ihre Kontoauszüge überprüfen und bei unerklärlichen Abbuchungen, insbesondere aus dem Ausland, ihre Karte sofort sperren lassen.

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