Blitzer - Methoden des Landkreises nicht unumstritten : Das sorgsam getarnte Auge des Gesetzes

Wohl dem, der nichts zu verbergen hat, getarntes Radarmessgerät im Auftrag des Landkreises. Der Aufwand, der hier getrieben wird, ist auch Fachleuten verdächtig. Pohle
Wohl dem, der nichts zu verbergen hat, getarntes Radarmessgerät im Auftrag des Landkreises. Der Aufwand, der hier getrieben wird, ist auch Fachleuten verdächtig. Pohle

Immer wieder sorgen die Einsätze der Blitzerteams für Diskussionen, aktuell in Warsow. Das liegt an der ausgewählten Messstelle, die für Uneingeweihte kaum zu entdecken ist, und am Tarnaufwand, den der Kreis betreibt.

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02. Februar 2011, 07:58 Uhr

Warsow | Immer wieder sorgen die Einsätze der Blitzerteams für Diskussionen, aktuell in Warsow. Das liegt an der sorgsam ausgewählten Messstelle, die für Uneingeweihte kaum zu entdecken ist, und am Tarnaufwand, den der Kreis betreibt. "Wir messen im Ort, weil es entsprechende Begehren aus der Bevölkerung gibt", sagte Manfred Sprinz, Chef der Verkehrsüberwachung des Landkreises auf Nachfrage. Ob man das Radargerät aber so aufwendig tarnen muss und ob die Messstelle klug gewählt ist, bleibt abzuwarten. Selbst die Polizei ist nicht so glücklich über diese Einsätze. Warsow sei absolut kein Unfallschwerpunkt, auch in der jüngsten Statistik nicht, die Messstelle liege zu nah am sichtbaren Ortsausgang und die Tarnung sei zumindest moralisch problematisch, sagte uns ein Polizist, der seinen Namen natürlich nicht gedruckt sehen möchte. Denn offiziell arbeiten Landkreis und Polizei bei der Verkehrsprävention zusammen. Doch den Einsätzen der Polizei merkt man schon eher an, dass sie ohne finanziellen Ansatz geplant werden. Die Polizisten messen auch mal auf 100-er-Strecken. Beim Landkreis, diesen Verdacht bestätigt die Messstelle in Warsow, geht es doch mehr ums Kassieren, weil es sich auf der viel befahrenen B 321 einfach lohnt. Übrigens scheint sich nicht jeder im Ort über die Messungen unterm Tarnnetz zu freuen. An einigen Tagen hing in der Nähe des Ortseingangs ein selbstgemaltes Schild mit der Aufschrift "Radar", das seine Wirkung nicht verfehlte.

Seit neuestem ist der Einsatz noch effektiver, durch Funkverbindung kann das Einsatzfahrzeug viel weiter weg als zu kabelgebundenen Zeiten vom Messgerät stehen, natürlich der Überraschung wegen.

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