Das Sorgenkind im Test

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Bestehen sie den Test oder nicht? Von der Brandschutzanlage hängt ab, ob der Flughafen pünktlich eröffnen kann. dpa

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24. Juli 2012, 09:27 Uhr

Schönefeld | Sechs Stunden lang sind gestern im Terminal des künftigen Hauptstadtflughafens in Schönefeld weitere Teile der Brandschutzanlage getestet worden. Im nördlichen Hauptpier habe es vier sogenannte Heißgasrauchtests gegeben, sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel und fügte hinzu: "Nach erstem Augenschein verliefen die Tests erfolgreich."

Kunkel sagte, die Tests seien wichtig gewesen, um den neuen Zeitplan für die Fertigstellung des Airports überprüfen zu können. Auf verschiedenen Terminal-Ebenen seien kontrollierte Brände entzündet worden. Trotz simulierter Stromausfälle sei kein Rauch in andere Geschosse gelangt. Zudem sei der Rauch sicher abgeführt worden. In den kommenden Wochen würden die Messergebnisse detailliert analysiert und ausgewertet.

Medienberichten zufolge hängt alles von den Ergebnissen der Tests am Dienstag ab. Im schlimmsten Fall müsse die Brandschutzanlage neu konzipiert und umgebaut werden. Experten zufolge könne sich die Flughafen-Eröffnung dann bis 2014 verzögern. Kunkel wies aber erneut zurück, dass es sich bei den Tests im nördlichen Hauptpier um einen Volllast- oder Wirkverbundtest handelte. Diese stünden erst am Jahresende an, wenn die Anlage auch vom TÜV abgenommen werden müsse. Allerdings seien es die letzten Tests vor der nächsten Aufsichtsratssitzung gewesen. Insofern seien sie wichtig zur Bewertung des Zeitplans. Berlins Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop verlangte, die Testergebnisse sollten vollständig auf den Tisch gelegt werden. Die Flughafengesellschaft FBB und der Aufsichtsrat müssten die Ergebnisse ehrlich bewerten. Es dürfe nichts mehr schöngeredet oder verheimlicht werden. Kunkel bestätigte, dass die FBB weiterhin Konsequenzen einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts zum Schallschutz prüft. Das Gericht hatte Mitte Juni Klagen von Anwohnern stattgegeben und einen besseren Schallschutz verlangt. Bislang habe die FBB die Auflagen aus dem Planfeststellungsbeschluss "systematisch verfehlt", erklärte das Gericht. In Wohnräumen dürfe am Tage bei geschlossenen Fenstern nie der Lärmpegel von 55 Dezibel überschritten werden.

Brandenburgs CDU-Fraktionsvize Dieter Dombrowski sagte: "Wir vertrauen den Vertretern des Flughafens in Bezug auf Brand- und Lärmschutz nicht mehr." Die Öffentlichkeit sei bei den gravierenden Problemen um den Brandschutz viel zu lange hingehalten worden. Zudem habe der Flughafen mit der Duldung von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) als Aufsichtsratsmitglied einen Lärmschutz verbaut, der nicht dem Planfeststellungsbeschluss entspreche.

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