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Lokales

15. Dezember 2017 | 05:31 Uhr

Das Mittelalter leben

vom

svz.de von
erstellt am 13.Sep.2010 | 05:09 Uhr

Groß Raden | Schwerter klirren aneinander, Äxte prallen auf Schilder. Mit lauten Gebrüll laufen zwei Gruppen aufeinander zu, heben ihre Waffen und versuchen, den goldenen Stab auf die gegnerische Seite zu bringen. "Wir nennen das Wikinger-Rugby", sagt Thomas "Hunold" Schwaneke und lacht. Der Berliner ist Mitglied der Gruppe "Schildwall". Schon zum dritten Mal sind die Männer und Frauen der Gruppe zu Gast im Archäologischen Freilichtmuseum in Groß Raden. Ein Wochenende lang leben die Frauen und Männer wie Slawen in Zelten, kochen über offenem Feuer ihr Essen und laufen in mittelalterlichen Gewändern herum. "Außerdem arbeiten wir an unseren Kampftaktiken, das macht total viel Spaß. Wir leben das Mittelalter", sagt Thomas "Hunold" Schwaneke. Während am Abend eher die Geselligkeit im Vordergrund steht, brennt am Tag die Luft. "Während des Kampfes gibt es Regeln. Man darf nicht den Kopf, die Hände oder Gelenke treffen. Zielfläche ist alles oberhalb des Knies bis zum Hals", erklärt Thomas "Hunold" Schwaneke. Wer denkt, dass dieses Kampftraining eine reine Männerdomäne sei, hat weit gefehlt.

Marion Horn ist nur eine von vielen Frauen, die gern ein Schwert oder eine Axt in der Hand haben. "Ich habe mit meinem Mann zusammen mit dem mittelalterlichen Kämpfen begonnen. Am meisten reizt mich, dass man während des Kampfes sein Köpfchen einschalten muss", sagt sie. Außerdem sei die Gemeinschaft toll. "Wir mögen uns hier alle", sagt Marion Horn.

Während der Kampf in die nächste Runde geht, putzen Musueumsleiterin Heike Pilz und ihre Helferinnen fleißig Gemüse. Auf dem Speiseplan steht heute eine Graupensuppe. "Damit die Slawen etwas Warmes im Magen haben", sagt sie. Vor drei Jahren entstand der erste Kontakt zu den Slawen der Gruppe "Schildwall". Seitdem ist das Projekt ein Höhepunkt im Terminkalender der Freilichtmuseums. "Die Kinder können slawisch aktiv werden und sehen einen echten Kampf", sagt sie. Damit während eines Kampfes keinem etwas passiert, seien die Waffen abgestumpft. "Man muss damit gut umgehen können. Das lernt man zuerst sehr langsam. Stück für Stück kann man die Waffe mit der Zeit schneller bewegen", verrät Thomas "Hunold" Schwaneke. Auch das Abstoppen sei wichtig. "Man lernt, die Waffe kontrolliert zu führen", sagt er. Michael Olafson meint: "Der Körper weiß, welche Waffe einem liegt." Er benutzt im Kampf eine Axt. "Damit kommt man besser hinter die Schulter", sagt er. Gerade gönnen sich die Slawen eine Pause, besprechen Taktiken für den nächsten Kampf.

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