Das Malen gehört zum Leben dazu

Einige Bilder von Karin Zießnitz, wie die Baumgruppe   im Hintergrund, sind im Bützower Kunsthaus in der Langestraße zu sehen.   Die ehemalige Kunstlehrerin am Bützower Geschwister-Scholl-Gymnasium  malt nun mehr abstrakte Bilder.  Nadine Schuldt
Einige Bilder von Karin Zießnitz, wie die Baumgruppe im Hintergrund, sind im Bützower Kunsthaus in der Langestraße zu sehen. Die ehemalige Kunstlehrerin am Bützower Geschwister-Scholl-Gymnasium malt nun mehr abstrakte Bilder. Nadine Schuldt

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23. Oktober 2010, 01:57 Uhr

Bützow | Die Liebe zur Kunst und zum kreativen Gestalten scheint bei Karin Zießnitz in der Familie zu liegen. "Meine Schwester und meine Eltern konnten auch ganz gut malen", erzählt die Wahl-Rühnerin. Sie selbst habe schon als Kind gerne gemalt. Eine Leidenschaft, die bis heute nicht nachgelassen hat.

Auch derzeit nimmt sie den Pinsel in die Hand, ist regelmäßig beim Zeichenzirkel, der im Bützower Kunsthaus stattfindet, dabei. "Der Kurs war eine günstige Gelegenheit, wieder ins Malen einzusteigen", erzählt die ehemalige Deutsch- und Kunstlehrerin des Bützower Geschwister-Scholl-Gymnasiums. 2006 ging sie in den Vorruhestand. Das Malen kam dennoch zu kurz. Das hatte sie schon vermisst, als sie noch als Lehrerin tätig war.

Nun bietet der Zeichenzirkel neue Möglichkeiten. Dort übt sie nun neue Maltechniken und tauscht sich mit den anderen Teilnehmern aus. "Ich male viel Abstraktes und auch abstrakter", schildert sie. Das zeige sich auch in den Farben. Eines ihrer aktuellen Bilder ziert keine Landschaft oder Porträt: Vom blauem Untergrund setzen sich rot- und grünfarbene, geometrische Figuren und Formen ab. "Oh, die Kugel ist noch gar nicht richtig fertig. Da werde ich beim nächste Mal weiter machen", blickt sie auf das noch feuchte Bild.

Manchmal, aber eher selten, nehme sie sich auch ein Bild mit nach Hause und bearbeite es dort weiter. In ihrem Ehemann, Karl-Werner Zießnitz, der den Zirkel leitet, hat sie sowohl beim Kurs aber auch zu Hause einen kritischen Begleiter ihrer Arbeiten.

Karin Zießnitz Mal-Leidenschaft wurde bereits von ihren Eltern gefördert. "Ich habe zu jedem Geburtstag Buntstifte und einen Zeichenblock gekriegt", erinnert sie sich. Auch in der Schule blieben ihre Zeichnungen nicht unbemerkt. "Man fiel schon in der Klasse auf, wenn man gut malen konnte", schildert sie. Doch ein frei schaffender Künstler wollte sie damals und auch in den folgenden Jahren nicht sein.

Sie entscheidet sich vielmehr nach dem Abitur, an der Greifswalder Ernst-Moritz-Arndt-Universität Deutsch und Kunst zu studieren. Die Ausbildung von 1963 bis 69 gefiel ihr: In unterschiedlichen Kursen beschäftigt sie sich intensiv mit der Malerei, der Keramik und der Technik von Zeichen- und Druckgrafiken. In ihrer Studienzeit wurde sie aber auch viel mit nachimpressionistischer Malerei - unter anderem der von Paul Cezanne - konfrontiert. "Bei ihm war die Natur das Vorbild, man hat parallel zur Natur gearbeitet." So entstanden bei einem Praktikum auf der Insel Mönchgut einige Landschaftsbilder. "Wir haben damals drei Wochen lang nur draußen gearbeitet", erinnert sie sich.

Als Lehrerin und Mutter von drei Kindern kam sie eher selten zum intensiven Malen. Trotz dieser Doppel-Belastung ließ sie in den 80er-Jahren ihrer kreativen Ader im privaten Rahmen freien Lauf. "Eine Art Zeichenzirkel hat es damals bei uns zu Hause gegeben", erinnert sie sich. Auch für diverse Künstler und ihre Werke interessierte sie sich. Besonders nach der Wende nutzt sie die neuen Reise-Möglichkeiten. "Ich bin zu Ausstellungen in Museen gefahren oder habe mir Filme über den jeweiligen Künstler angeschaut", erzählt Karin Zießnitz. Beispielsweise sei sie von den Werken Goyas im Prado-Museum in Madrid überwältigt gewesen. Auch zu einer Ausstellung von Bildern des englischen Künstlers William Turner sei sie gefahren.

Allerdings interessiere sie sich nicht nur für die großen Maler. "Mich reizt jede Kunst - ganz gleich, ob sie von Picasso oder von Karin Zimmermann, die gegenwärtig hier im Kunsthaus ihre Werke zeigt, stammt."

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