Nur die Gemeinde bleibt aktiv : Das lange Sterben des Eichenhofs

Das ehemalige Hotel bleibt dem Verfall preisgegeben. Harald Schulz
Das ehemalige Hotel bleibt dem Verfall preisgegeben. Harald Schulz

Eine Lösung für das durch einen Brand und die Insolvenz des Eigentümers heruntergekommene ehemalige Hotel Eichenhof in Heiddorf ist nach der geplatzten Zwangsversteigerung dieser Woche nicht in Sicht.

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27. Mai 2011, 09:57 Uhr

Heiddorf | Eine Lösung für das durch einen Brand und die Insolvenz des Eigentümers heruntergekommene ehemalige Hotel Eichenhof in Heiddorf ist nach dem erneut geplatzten Zwangsversteigerungstermin dieser Woche (SVZ berichtete) nicht in Sicht. Alles bleibt so, wie es ist, bedauert Bürgermeister Burkhard Thees das lange Sterben des ehemaligen Prunkstücks. Zwar habe die Gemeinde als Gläubiger mittlerweile die verauslagten knapp 12 000 Euro für die Eröffnung des Zwangsversteigerungsverfahrens und Sicherungsmaßnahmen von der R+V-Versicherungszentrale in Wiesbaden erhalten, doch damit könne die Kommune nicht zufrieden sein. Deshalb sei die Gemeinde gleich wieder als Gläubiger in das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Hoteleigentümers, der Witt GmbH aus Bremen, eingestiegen. Irgendwann soll die Immobilie erneut zwangsveräußert werden.

Das Gebäude bleibt nach Thees`; Auffassung eine öffentliche Gefahrenquelle auf privatem Grund, in der sich insbesondere zu später Abendstunden Jugendliche tummeln. "Dort ist verbotenerweise aber immer etwas los", weiß sich Thees eigentlich keinen Rat mehr und hat Hilfe bei der Kreisverwaltung angefordert.

Wortkarge R+V-Versicherung setzt offenbar auf Zeit

Die ganze Angelegenheit ist sehr undurchsichtig, erläutert Thees. "Mittlerweile soll die R+V-Bank ebenfalls mit einer Summe von etwa 300 000 Euro ausgezahlt worden sein, andere Gläubiger schweigen, so Thees. Der Informationsfluss aus der R+V-Zentrale ist wortkarg. Kompetente Ansprechpartner schienen gestern nicht am Arbeitsplatz zu sein und R+V-Fachkraft Brigitte Römstedt wollte sich informieren und per E-Mail antworten. Dort wird wohl offensichtlich auf Zeit gesetzt.

Der die Versicherung vertretende Rechtsanwalt Ansgar Nachtsheim aus Bonn hatte ebenso keine grundlegenden neuen Informationen, betonte jedoch gegenüber der SVZ, dass die im Raum stehende Versicherungssumme aus dem Hotelbrand nicht zur Versteigerungsmasse gehöre. Diese soll sich immerhin auf 1,3 Millionen Euro belaufen. Die Summe stand bereits beim ersten Zwangsversteigerungstermin im Raum.

"Wir werden Augen und Ohren offen halten, um möglichst schnell einen Interessenten für die Immobilie zu finden", so Thees. Ob die Frist zur Zahlung der Versicherungssumme verstrichen ist, mochte er nicht einzuschätzen. Allerdings, so seine Annahme, könnte die Versicherung doch noch in der Auszahlungspflicht stehen. Sonst wäre wohl mehr bekannt.

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