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Lokales

22. Oktober 2017 | 08:37 Uhr

Das Land braucht Wasser

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erstellt am 01.Aug.2010 | 06:54 Uhr

Rostock | Die Böden sind knochentrocken, Natur und Menschen leiden unter der Hitze, teilweise droht noch immer höchste Waldbrandgefahr. Bei den Unternehmen der Wasserversorgung im Land herrscht Hochbetrieb. "Wir haben im Juli einen Anstieg des Wasserverbrauchs um 50 Prozent im Vergleich zum Juni", berichtete Verena Hahn von den Stadtwerken Neubrandenburg in einer Umfrage. Mehr als 15 000 Kubikmeter fließen derzeit pro Tag zu den 25 000 Haushalten.

"Wir haben sicherlich einen der wärmsten Juli-Monate seit Beginn der Aufzeichnungen, aber bestimmt keinen Rekord", sagte Thomas Globig vom Wetterdienst Meteomedia auf Hiddensee. "Gewiss war es aber einer der trockensten Julis", fügte er hinzu. So seien beispielsweise in der Wetterstation in Putbus auf Rügen nur zwei Liter Regen gemessen worden, in weiten Teilen Nordvorpommerns oder in der Rostocker Heide gab es ähnliche Werte. Die durchschnittliche Juli-Niederschlagsmenge von landesweit 55 bis 77 Liter macht deutlich, wie nötig ein paar Regentage in einigen Regionen sind.

"Knappheit nicht zu befürchten - die Versorgung ist gesichert"

Deutlich spüren die Bauern im Land die anhaltende Trockenheit - sie verschlechtert die Ernteaussichten. Nicht nur die Getreide-, sondern auch die Rapserträge werden deutlich geringer als im vorigen Jahr ausfallen, lautete ihre Prognose. Auch beim Rostocker Wasserversorger Eurawasser machen sich die Folgen der Hitze deutlich bemerkbar. Der in diesem Jahr niedrigste Verbrauch wurde am 4. April gemessen, damals flossen 27 570 Kubikmeter durch die Leitungen. Am 2. Juli waren es 42 250 Kubikmeter. "Wir führen den Rekord auf den Touristenansturm zurück.

Und auch darauf, dass die Verbraucher durch die anhaltende Hitzewelle häufiger duschen, sich erfrischen und in ihren Gärten öfter sprengen", sagte Eurawasser-Sprecherin Gaby Kniffka. "Wasserknappheit ist nicht zu befürchten - die Versorgung ist gesichert - wie in ganz Mecklenburg-Vorpommern", betonte sie.

Der 2. Juli wurde neben dem 9. und 10. Juli auch in Schwerin zum Rekordtag: Der Verbrauch lag bei 21 000 Kubikmetern, an einem Tag mit Durchschnittstemperatur sind es gerade mal 13 500. Schlimm sieht es in vielen Parkanlagen der Städte aus, Braun ist die vorherrschende Farbe. "Aber da machen wir nichts, das wäre zu teuer. Und Rasen erholt sich schnell", sagte Steffie Soldan vom Grünamt der Stadt Rostock. Es sei teuer genug, die Jungbäume in der Hansestadt zu gießen, denn die brauchen dringend Wasser - und zwar Tausende Liter täglich. Auch die älteren Bäume mit tiefen Wurzeln hätten derzeit zu kämpfen, viel Totholz sei zu sehen. "Es wird wohl einige Bäume geben, die es nicht schaffen", befürchtete Soldan.

In Schwerin werden die mit Sommerblumen bepflanzten Flächen der Stadt mit Wasser versorgt. "Das gilt auch für Stauden, die auf den Buga-Flächen wie Schwimmende Wiese, Küchen- und Ufergarten zu betreuen sind", sagte Stadtsprecherin Michaela Christen. Durchaus positiv sieht die Hitze neben der Tourismusbranche auch die Getränkeindustrie. "Im Vergleich zum Juli des Vorjahres ist der Getränke-Absatz um mehr als ein Drittel gestiegen", berichtete Mathias Gersonde von der Glashäger Brunnen GmbH in Bad Doberan.

In drei Schichten wird abgefüllt - rund um die Uhr

Derzeit werde rund um die Uhr in drei Schichten und auch samstags abgefüllt. Wie hoch der Umsatz ist, lässt sich an der Bitte des Unternehmens an die Verbraucher ablesen, beim Getränkekauf möglichst das Leergut zurückzubringen. Aber Lieferengpässe drohen nicht, so der Sprecher.

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