Das "Küken" unter den Sternchen

Der Körper beim Singen - John Norris, hier mit Sophia Körber,  ist der absolute Fachmann. Doris Ritzka
Der Körper beim Singen - John Norris, hier mit Sophia Körber, ist der absolute Fachmann. Doris Ritzka

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06. August 2010, 01:57 Uhr

Perleberg | Darf ich vorstellen, das ist Sophia Körber, 19 Jahre jung, Studentin an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und eine waschechte Prignitzerin. Denn zu Hause ist Sophia in Pritz walk. Jetzt hat sie Semesterferien und wollte eigentlich so richtig relaxen. Doch dann kam das Angebot über den Lions Clubs für ein Halbstipendium an der Lotte Lehmann Akademie. "Eine riesige Chance", gesteht sie und sagte natürlich auch sofort zu.

Mit der Lotte Lehmann Woche ist Sophia praktisch groß geworden, seit 2005 immer dabei. Aus Spaß an der Freude sang sie damals, heute steht für sie außer Frage, "das wird mein Beruf". "Schuld" daran sind Birgit Bockler und Maria Husmann, fügt die 19-Jährige schmunzelnd an. Sie haben aus der Begeisterung für den Gesang bei ihr die Liebe geweckt - die Liebe zur Musik, zur Stimme, zum Spiel auf der Bühne.

Schon während der ersten Akademie kam Sophia zum Hospitieren. "Ich war einfach neugierig auf die Stimmen." Und dieses Mal "bin ich einfach stolz, dabei zu sein". Sonst fahre man meilenweit zu Künstlern und großen Opernhäusern, um die Sänger zu erleben. "Hier kommen sie zu einem und zeigen uns, worauf es ankommt."

Sophia ist das Küken im Reigen der Teilnehmerinnen der Lotte Lehmann Akademie, sie steht ganz am Anfang. "Ich muss noch wachsen und das braucht Zeit." Die Akademie sei da ein Glücksmoment und für die Region eine echte Bereicherung. "Ich denke aber, es wird noch etwas Zeit brauchen, bis sie auch in Deutschland angekommen ist." International scheint sie hingegen schon ein Begriff zu sein, "denn die meisten Teilnehmer kommen aus den USA und Australien, wir sind nur zwei aus Deutschland". Doch Sophia gibt sich ganz optimistisch, dass die Lotte Lehmann Akademie und mit ihr Perleberg nicht mehr lange ein Insidertipp unter dem Sängernachwuchs bleiben wird. "Was uns hier geboten wird, ist einfach top - von der Technik bis hin zu existenziellen Dingen. Das schon in jungen Jahren zu erfahren, ist natürlich eine Chance, die man sonst nicht geboten bekommt."

Atemtechnik, Coaching, Gesang, Körperarbeit, der Unterricht ist so vielschichtig, "man wird mit allem konfrontiert, was ein Sänger können muss, um auf der Bühne zu bestehen". Wie ein Schwamm versuche sie all das aufzusaugen. "Ich will einfach ganz viel lernen, in mir aufnehmen. Mir ist bewusst geworden, wie riesig die Gesangswelt ist. Sie noch tiefer zu erforschen, in sie einzudringen, das ist mein größter Wunsch", und dabei funkeln Sophias Augen vor Enthusiasmus.

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