zur Navigation springen
Lokales

16. Dezember 2017 | 16:03 Uhr

Das Kreuz mit den sechs Kreuzchen

vom

svz.de von
erstellt am 24.Sep.2010 | 07:25 Uhr

Schwerin | Nach der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes zum deutschen Glücksspielstaatsvertrag jubilierten private Glücksspielanbieter. Sie feierten schon das Ende des Vertrages, der das Anbieten von Glücksspielen regelt und in dem das staatliche Glücksspielmonopol verankert ist. Die Richter hatten vor allem angeprangert, dass die intensive Werbung der staatlichen Glücksspielanbieter der Suchtprävention, einem Kernanliegen des Glücksspielstaatsvertrages, zuwiderlaufe. Private Anbieter wittern deshalb Morgenluft, hoffen, beispielsweise im Internet legal Glücksspiele anbieten zu dürfen.

Doch in der Rostocker Verwaltungsgesellschaft der Lotto und Toto in Mecklenburg-Vorpommern klingt die Resonanz auf die Entscheidung der Luxemburger Richter ganz anders. Die Zulässigkeit eines staatlichen Glücksspielmonopols sei vom Gericht vielmehr bestätigt worden, heißt es aus der Rostocker Lotto-Zentrale. Es seien lediglich Nachbesserungen des Vertrags nötig. Auch auf die Umsätze des Unternehmens wirke sich das Urteil bisher nicht aus. "Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes hat nach unserer Einschätzung keine spürbare Auswirkung auf das Spielverhalten", so Barbara Becker, Geschäftsführerin der Verwaltungsgesellschaft.

Auch in Schwerin sind bisher keine Auswirkungen des Gerichtsentscheids spürbar. An den rund 30 Annahmestellen in der Landeshauptstadt - etwa 500 gibt es landesweit - hat sich seit dem EU-Urteil vor zwei Wochen nichts verändert. Jeden Mittwoch und jeden Sonnabend ist für viele Spieler Lotto-Tag. Bei den meisten schon seit vielen Jahren. An dieser Tradition hat auch der Urteilsspruch wenig geändert. "Hier hat sich seitdem nichts geändert", sagt beispielsweise Simone Meier vom Schreibwarengeschäft Tintenklecks, das eine Lotto-Annahmestelle beherbergt. Auch Fragen nach dem Gerichtsurteil seien ausgeblieben, berichtet die 43-Jährige.

Und selbst wenn es einen legalen Glücksspielmarkt privater Anbieter geben sollte, wollen viele dem staatlichen Lotto-Anbieter treu bleiben. "Beim Spielen im Internet müsste ich ja meine Daten freigeben, das möchte ich nicht", sagte David Willigeroth. Der 24-Jährige spielt zwar regelmäßig Lotto, würde aber auch bei einer Liberalisierung des Glücksspielmarktes seiner Annahmestelle treu bleiben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen