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Lokales

20. Oktober 2017 | 18:16 Uhr

"Das kratzt mich nicht weiter"

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erstellt am 23.Sep.2010 | 07:18 Uhr

Rostock | An der Leistung von Hansa-Keeper Jörg Hahnel beim 2:3 im Spitzenspiel bei den Offenbacher Kickers scheiden sich die Geister: Hat der 28-Jährige nun an einem, zwei oder sogar an allen drei Toren Schuld? "Beim 0:1 sehe ich etwas unglücklich aus, hatte aber keine Bedenken, dass ich den Ball erreiche. Aber ich pralle mit Radovan (Vujanovic - d. Red.) zusammen. So etwas kann immer mal passieren", erklärt Rostocks Schlussmann.

Den zweiten Gegentreffer nimmt er dagegen ganz klar auf seine Kappe: "Ich habe gedacht, dass ich vor Occean rankomme, mich aber verschätzt." Abwehrmann Stephan Gusche, der sich im Kopfball-Duell mit dem OFC-Stürmer zurückhielt, nimmt "Jockel" völlig raus. "Stephan verlässt sich auf mich und zieht zurück. Er hat mit dem Tor nichts zu tun. Das war ganz klar meine Schuld."

Etwas grantig reagiert der Keeper, wenn man ihm auch das 2:3 anhängen will. "Wer das meint, der hat von Fußball keine Ahnung. Dadurch, dass ich aus dem Tor komme, zwinge ich ihn zu einer Handlung. Vor mir war ja auch kein Mitspieler mehr. Reagiere ich nicht so, hat er alle Zeit der Welt und sucht sich die Ecke aus. Man kann ja auch nicht damit rechnen, dass der im Rückwärtsfallen den Ball so in den Winkel hebt", sagt Jörg Hahnel. Zu seiner Ehrenrettung muss man anführen, dass vorher sowohl Björn Ziegenbein als auch Peter Schyrba den Schützen Denis Berger nicht am Schuss hindern konnten. Zudem rutschte Michael Wiemann auf der Torlinie aus, hätte sonst den Ball wohl per Kopf klären können. "Da kam eben alles zusammen", so der Torwart.

Dass diese Niederlage die Truppe umwirft, glaubt Hahnel indes nicht: "Es braucht eigentlich niemand außer mir vielleicht seinen Kopf hängen zu lassen. Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht, nur eben das Ergebnis passte nicht." Die aufgekommene Kritik an seiner Person lässt ihn kalt. "Ich bin alt genug und kann damit umgehen. Solche Spiele dürfen natürlich nicht vier-, fünfmal vorkommen. Das ist klar. Aber bisher habe ich in der Saison stabil gehalten. Es ist nun einmal so, dass, wenn ein Torwart einen Fehler begeht, meist auch gleich etwas passiert. Doch ich mache mir jetzt keine großen Gedanken darüber. Das kratzt mich nicht weiter, prallt an mir ab", so Rostocks Nummer eins selbstbewusst.

Vielmehr richtet er schon den Blick zum Sonntag (13.30 Uhr) auf den nächsten Gegner Eintracht Braunschweig. Für Hansa geht die Woche der Wahrheit weiter. Mit den Niedersachsen (wie Rostock 19 Zähler) gastiert der aktuelle Zweite beim Dritten: "Gut ist, dass sie einige Fans mitbringen werden. Unsere Anhänger kommen sicherlich auch wieder zahlreich ins Stadion, so dass es eine schöne Partie wird."

Nach der Pleite von Offenbach gilt es für die Ostseestädter, ein Zeichen zu setzen und ein Spitzenteam zu schlagen, wenngleich "Jockel" etwas relativiert. "Das brauchen wir nicht. Nach Offenbach weiß jeder, wozu wir in der Lage sind. Und wenn ich dort keine Fehler mache, gewinnen wir auch. Vielmehr gilt es solche Spiele wie gegen Burghausen (1:1 - d. Red.) zu vermeiden. Da waren wir wirklich schlecht und haben Punkte liegen gelassen. So etwas darf uns nicht mehr passieren", so der Schlussmann.

Trotz des jüngsten Rückschlages blickt er positiv in die Zukunft: "So schnell wirft uns nichts um. Wir haben bewiesen, dass wir Rückschläge weg-stecken können. Trotz der neuformierten und jungen Truppe sind wir schon relativ gefestigt. Man merkt, dass es zusammenpasst."

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