"Das ist Agrarindustrie!"

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12. Mai 2010, 01:57 Uhr

Kuppentin | Die von der Brosseit GbR geplante Errichtung der zwei neuen Mastställe in Kuppentin ist zwar grundsätzlich ein Neubau, wird letztlich jedoch nur als Änderung gewertet, weil auf dem Gelände schon Gebäude gleicher Art vorhanden sind. Hinzu kommt in dem Verfahren wegen der Größe des Neubaus jetzt allerdings eine Untersuchung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (Bischg), das - grob gesagt - die Auswirkung der vorgesehenen Anlage auf die Umwelt regelt. Was auf den ersten Blick nach Haarspalterei aussieht, ist nicht nur auf dem Papier ein großer Unterschied, sondern kann sich auch in der Realität etwa wegen unterschiedlicher Vorschriften für Bauherr wie Anwohner als maßgeblich herausstellen. Entsprechend lange spielte auch dieser Punkt beim gestrigen Erörterungstermin mit dem Staatlichen Amt für Umwelt und Natur (StAUN) in Kuppentin eine Rolle.

Erst vor wenigen Tagen teilte das Landesamt für Raumordnung Bürgermeister Holger Klukas in einem Schreiben mit, dass das Vorhaben keinem Ziel der Behörde entgegen stehe. Es diene vielmehr dazu, die Landwirtschaft weiterzuentwickeln und liege in keinem landschaftlich überaus wertvollem Raum. Dem widersprach gestern ein Einwohner: "Ich kenne das Gebiet sehr gut und weiß, dass dort ein gelbes Schild mit aufgedruckter schwarzer Eule zu finden ist - für jedes Kind als Naturschutzgebiet erkennbar!" Und auch Ulrich Werner, Rechtsanwalt der Bürgerinitiative, will es nicht bei der Stellungnahme des Landesamtes bewenden lassen: "Wir werden unsere Position dort noch einmal rechtlich fundiert vortragen. Hier geht es nicht um verträgliche Landwirtschaft, sondern Agrarindustrie!"

Die Erörterung sei mitnichten ein Pflichttermin, so Jean Weiß, Justitiar des StAUN. Jetzt erfolge die Auswertung der gestern vorgetragenen Argumente: "Wir haben noch einige Hausaufgaben zu machen."

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