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Lokales

21. November 2017 | 20:19 Uhr

Das große Zittern vor dem Frost

vom

svz.de von
erstellt am 25.Okt.2010 | 09:49 Uhr

Schwerin | Der kommende Frost wird nach Ansicht des Städte- und Gemeindetages Mecklenburg-Vorpommern wieder Löcher in Straßen und Gemeindekassen reißen. Vielerorts seien die Fahrbahnen nach dem letzten strengen Winter wegen Geldmangels von den Kommunen im Frühjahr nur notdürftig ausgebessert worden, sagte der Finanzexperte des kommunalen Spitzenverbandes, Thomas Deiters, gestern in Schwerin. Die Flickschusterei werde sich jetzt rächen. Zugleich gehe ab 2011 die Finanzausstattung der Kommunen deutlich nach unten, weil das Land die Zuschüsse kürzt, wie Thomas Deiters erklärte. Für länger haltbare Grundsanierungen und den regelmäßigen Unterhalt von Straßen und Wegen werde es den Kommunen daher auch weiterhin am nötigen Geld fehlen.

Auf lange Sicht schonender für die kommunalen Haushalte wäre die grundlegende Sanierung vieler Fahrbahnen gewesen, erklärte Klaus-Michael Glaser, Fachmann für Ordnung und Sicherheit beim Städte- und Gemeindetag. Landesweit hatten sich die Straßenschäden durch den letzten Winter Schätzungen zufolge auf einen Betrag in zweistelliger Millionenhöhe summiert. Doch ein Sonderprogramm des Landes für Reparaturen habe es 2010 nicht gegeben, kritisierte Glaser. So müsse damit gerechnet werden, dass geflickte Straßen im kommenden Winter wieder aufgehen und sich die Schäden noch verschlimmern. Fördergeld für Straßenbauten gebe es oft erst im Herbst - zu spät für gründliche Erneuerungen, wie Klaus-Michael Glaser kritisierte. Besser wären regelmäßige Zuschüsse für den laufenden Unterhalt.

Rostock veranschlagt vier bis fünf Millionen Euro

Besonders betroffen seien die beiden großen Städte Rostock und Schwerin, die auch für die Unterhaltung von Bundesstraßen innerhalb ihrer Stadtgrenzen zuständig seien, betonte Klaus-Michael Glaser. In der Landeshauptstadt waren nach Auskunft von Stadtsprecherin Michaela Christen die Frostschäden des vergangenen Winters oft nur notdürftig behoben worden. Insgesamt waren seit dem Frühjahr auf 13 Hauptverkehrsadern der Stadt alle großflächigen schweren Schadensabschnitte repariert worden. Dazu gehören unter anderem die Hamburger Allee, Teile der Crivitzer Chaussee, des Ostorfer Ufers und des Obotritenringes, Busstrecken sowie die Einfallstraßen der Stadt. Einzelschäden und Schlaglöcher in Neben-, Wohn- und Lieferstraßen machten in Schwerin ein Fünftel der Winterschäden aus. In einigen Straßenabschnitten mussten besonders hartnäckige Schäden mehrfach nachbearbeitet werden.

Für Rostock beziffert Stadtsprecher Ulrich Kunze den Investitionsstau im Straßenbau auf vier bis fünf Millionen Euro. Einige große Sanierungsprojekte hätten mittlerweile zwar begonnen, doch auf älteren, desolaten Straßen sei der Nachholebedarf immens. Dort sei häufig das Emulsions-Flick-Verfahren gegen Risse und Schlaglöcher angewendet worden, wie der Leiter des Rostocker Tiefbauamts, Heiko Tiburtius, erläuterte. "Das hält dann gerade mal bis zum nächsten Frost-Tau-Wechsel, ist also nicht nachhaltig, aber kurzfristig eben notwendig für die Sicherheit."

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